Die Skulptur scheint direkt aus dem Boden hervorzuwachsen. Ihre Form folgt historischen Kartierungen der Steinkohleflöze unter dem Ruhrgebiet und übersetzt die verzweigten Linien ehemaliger Stollensysteme in eine schwebende räumliche Struktur. Aus den verborgenen Wegen des Bergbaus entsteht eine fragile, fast organische Zeichnung im Raum. Was einst Ausdruck industrieller Ausbeutung war, erscheint hier als poetische Anatomie einer Landschaft – als sichtbare Spur dessen, was tief unter der Oberfläche liegt.
Zwischen Decke und Boden entfaltet die Arbeit einen Zustand des Dazwischen: zwischen Geologie und Mythos, Erinnerung und Zukunft, Mensch und Landschaft. Ergänzt wird die Installation durch ein Hörspiel, das die skulpturale Arbeit um eine erzählerische Ebene erweitert. Eine Stimme – halb Landschaft, halb Bewusstsein – blickt aus einer möglichen Zukunft auf unsere Gegenwart zurück und reflektiert die Folgen des Bergbaus: den Verlust von Mysterium, landschaftlicher Eigenständigkeit und der Verbindung zwischen Mensch und Umwelt zugunsten von Effizienz und Kontrolle.
Wie andere künstlerische Arbeiten auf dem Welterbe Zollverein lädt auch Celestial Ground | Himmelsadern dazu ein, den Ort neu wahrzunehmen – nicht nur als Denkmal industrieller Geschichte, sondern als lebendigen Raum für Fragen, Erinnerungen und Vorstellungen zukünftiger Landschaften.
Das Kunstwerk wurde von Konstantin Pütz und Silviu Guiman entwickelt. Beide sind Studierende der Folkwang Universität der Künste.
Die Besichtigung ist kostenlos
Jederzeit zu besichtigen