Häufig schon war Marion Etges Badegast im Werksschwimmbad auf dem Welterbe. „Im Sommer jogge ich gern zum Schwimmbad, drehe eine Runde im Wasser und jogge zurück nach Hause.“ Als sie mitbekam, dass neues Aufsichtspersonal gesucht wurde, war sie sofort begeistert. Der Rettungsschwimmerschein als Voraussetzung war kein Problem für die Grundschullehrerin. Seit Sommer 2023 ist sie nun Werksschwimm-Meisterin. Neben der eigentlichen Aufsicht gehört es zu Marion Etges Aufgaben, den Reinigungsstaubsauger ins Wasser zu setzen und wieder aus dem Becken zu holen, den pH-Wert des Wassers zu überprüfen und hier und da ein Blatt aus dem Schwimmbad zu fischen.
Spannende Gespräche
„Das Betriebsklima ist großartig“, erzählt die 63-Jährige. „Aber das Schönste ist die Begegnung mit den Badegästen. Viele Menschen aus der Nachbarschaft, aber auch Gäste aus ganz Deutschland und aus aller Herren Länder.“ Zum Beispiel eine Familie aus Berlin, die auf der Durchreise nach Großbritannien einen Stopp auf Zollverein einlegte. Oder eine aus dem Ruhrgebiet stammende Frau, die nach Schottland übergesiedelt war. „Wir haben schnell Gemeinsamkeiten entdeckt. Beide lieben wir Eisbaden im Winter. Sie in Schottland in einem See, ich in der Tonne auf dem Balkon“, erzählt Marion Etges und lacht. Auch über Schulsysteme in anderen Ländern ist sie mit den Gästen ins Gespräch gekommen. „Ich bin schon gespannt, wer dieses Jahr alles auftaucht“, sagt sie voller Vorfreude auf den Sommer. „Es ist wunderbar, dass ich diesen Job machen kann. Noch dazu mitten auf dem Welterbe – Zollverein ist mein Zuhause.“
Der Eintritt ist frei.