Zollverein ist ein herausragendes Beispiel für die Anwendung der Gestaltungskonzepte der klassischen Moderne in der industriellen Architektur – und für die Umnutzung industrieller Großanlagen nach Produktionsende. Fotograf Thomas Stachelhaus macht sowohl die unverwechselbare Ästhetik als auch den Wandel hin zum Zentrum für Kunst, Kultur, Bildung, Freizeit und Wirtschaft in seinen Aufnahmen sichtbar. Unter dem Titel „Faszination Zollverein“ zeigte die Stiftung Zollverein 2025 seine Bilder im eindrucksvollen Großformat. Nun geht die erfolgreiche Ausstellung – erneut gefördert durch die RAG-Stiftung –auf Reisen. An vier Stationen werden je 25 der Fotografien präsentiert. Station Nummer eins ist die Bürgerhalle im Landtag Nordrhein-Westfalen, wo Besucherinnen und Besucher vom 14. bis zum 23. April eine Auswahl der Fotografien bewundern können. Später im Jahr, vom 3. bis 11. September, hängen Bilder der Ausstellung in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin.
Besondere Begegnung
Großformatige Originale aus der Ausstellung zeigt die UNESCO-Projektschule in Verl der Öffentlichkeit vom 27. April bis Ende Juni als Einstimmung auf mehr: Im September werden die etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums samt Schulkollegium auf Zollverein zu Gast sein. Gemeinsam feiern sie 25 Jahre Zollverein als UNESCO-Welterbe und das 50-jährige Bestehen der UNESCO-Projektschule. Die Begegnung verbindet Zollverein mit Bildungsarbeit und nachhaltiger Vermittlung – Aspekte, die für die UNESCO von hoher Bedeutung sind.
Welterbestätten im Wissensaustausch
Vom 11. Mai bis Dezember sind Motive von „Faszination Zollverein“ am Schacht 371 der Wismut Stiftung in Hartenstein zu sehen, wo die Wismut Stiftung gGmbH einen Präsentationsort zum Wismut-Erbe entwickelt. Aufgrund der räumlichen Begebenheiten vor Ort und insbesondere des Strahlenschutzes findet die Ausstellung überwiegend im Außenbereich statt. Die ehemalige Uranerz-Bergbauanlage gehört seit 2019 zum UNESCO-Welterbe. Genau wie Zollverein steht sie für ein komplexes Kapitel montanindustrieller Geschichte, tiefgreifende strukturelle Transformation und einen bewussten Umgang mit industriellem Erbe. Der Denkmalpfad des Uranerz-Bergwerks wird gerade erst entwickelt. Mit der Ausstellung fördern die beiden Welterbestätten ihren Wissensaustausch.
Begleitend zur Ausstellung gibt es den Bildband „Zollverein. UNESCO-Welterbe“ im Berg & Feierabend Verlag, herausgegeben von Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Prof. Heinrich Theodor Grütter sowie Peter Feierabend mit den Fotografien von Thomas Stachelhaus.
Thomas Stachelhaus
Thomas Stachelhaus, 1959 geboren in Bochum, arbeitet als freischaffender Fotograf für verschiedene Verlage und Unternehmen. Im Alter von 15 Jahren entfachte sein Großvater seine Liebe zur Fotografie, als er ihm den Umgang mit der vollmechanischen zweiäugigen Rolleiflex im Format 4×4 cm erklärte. Die Rolleiflex wurde Stachelhaus‘ erste Kamera und bis zur Einstellung der Produktion von 4×4 Rollfilmen fotografierte er mit Begeisterung alles, was ihm in seinem persönlichen Umfeld interessant erschien.
Nach einer klassischen Fotografenlehre folgte ein Studium in Foto-Film Design mit den Schwerpunkten Bildjournalismus und Architekturfotografie an der Fachhochschule in Dortmund. Im Rahmen des Studiums lernte Thomas Stachelhaus die Künstlerfamilie „The Kelly Family“ kennen, die ihm gestattete, ihr Leben umfassend zu dokumentieren. Zahlreiche Publikationen in diversen Printmedien zeugen von der äußerst intensiven Zusammenarbeit, die bis heute andauert. So begleitet er Joey Kelly auf nahezu sämtlichen Extrem Sport- und Abenteuer-Events.
Heute ist Thomas Stachelhaus Auftragnehmer zahlreicher Organisationen und Konzerne.