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Aufbruch im Westen

Sonderausstellung im Ruhr Museum zum Bauhaus-Jubiläum

Kultureller Aufbruch im Industrierevier

Die Sonderausstellung „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ im Ruhr Museum dokumentiert auf eindrucksvolle Weise, welche architektonischen, künstlerischen und sozialen Impulse in den 1920er- und 1930er-Jahren von der Siedlung ausgegangen sind. Die Schau mit ihren 700 Exponaten von 100 Leihgebern ist der bedeutendste Beitrag des Ruhr Museums zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“.

Bereits seit zwei Jahrzehnten beschäftigt sich das Team um Prof. Heinrich Theodor Grütter mit der Gartenstadt Margarethenhöhe, deren Stellenwert als Künstlersiedlung zuvor mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist. „Der künstlerische Aufbruch, der Gesamteindruck dessen, was die dort ansässige Künstlerschaft produziert hat, war bislang nicht angemessen aufgearbeitet worden“, erklärt der Direktor des Ruhr Museums und betont die Bedeutung des künstlerischen Experiments, das in Essen noch heute mit Einrichtungen wie der Folkwang Universität der Künste, dem Museum Folkwang oder der Keramischen Werkstatt auf Zollverein nachwirkt. „Die Künstlersiedlung ist für die kulturelle Entwicklung der Industriestadt Essen von kaum zu überschätzender Bedeutung. Letztlich hat auch die Kulturhauptstadt RUHR.2010 ihren Ursprung auf der Margarethenhöhe genommen“, so Grütter.

Die Entstehung der Künstlersiedlung
Ausgehend vom Hagener Impuls und der Folkwang-Idee von Karl Ernst Osthaus war die Zeitenwende in Essen deutlich zu spüren. „Seit der Gründung der ersten deutschen Republik 1919 und dem Ende der feudalen Welt konnten jetzt Ideen wahr werden, die in der verkrusteten wilhelminischen Gesellschaft unmöglich erschienen“, erklärt Prof. Heinrich Theodor Grütter. Eine dieser Ideen war die Errichtung der Künstlersiedlung Margarethenhöhe. Georg Metzendorf, der Architekt der Gartenstadt, überzeugte die Stifterin Margarethe Krupp, auf der Margarethenhöhe freien Künstlern und Kunsthandwerkern Ateliers und Werkstätten zur Verfügung zu stellen. So wurde Margarethe Krupp, von ihrem Mann zuvor ins Irrenhaus gesperrt, nach dem Tod von Alfred Krupp zur bedeutenden Mäzenin. „Sie selbst stammt aus einer Künstlerfamilie und ist libertär und modern genug, um dem Experiment Künstlersiedlung eine Chance zu geben“, erzählt der Direktor des Ruhr Museums.

Den Anfang machte 1919 der Bau des Kleinen Atelierhauses, in dem der seit 1917 auf der Margarethenhöhe lebende Grafiker Hermann Kätelhön die Arbeit aufnahm. Es folgten die Keramische Werkstatt, das Werkhaus und das Große Atelierhaus als gemeinsame Produktionsstätten. Mit dem Geld von Margarethe Krupp und besten Voraussetzungen für die künstlerische Arbeit wurde ein Kreis von Künstlern und gehobenen Kunsthandwerkern in die Gartenstadt gelockt, darunter die Bildhauer Joseph Enseling, Richard Malin und Willi Lammert, die Buchbinderin Frida Schoy, die Goldschmiedin Elisabeth Treskow, die Maler Kurt Lewy, Gustav Dahler und Josef Albert Benkert und nicht zuletzt der Fotograf Albert Renger-Patzsch. Dank ihrer Kulturpolitik und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Oberbürgermeister Hans Luther, dem Beigeordneten Robert Schmidt oder auch dem Architekten Alfred Fischer, der die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Essen leitete, entwickelte sich Essen zur Kulturmetropole des Ruhrgebiets. In den 1920er-Jahren festigte die Stadt ihren Ruf als Folkwangstadt – bis das künstlerische Experiment 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein jähes Ende fand.

„Die Stadt Essen kann stolz sein auf das, was in den 1920er-Jahren hier geschaffen wurde. Die Ausstellung würdigt diese kulturhistorische Leistung auf besondere Weise.“
Prof. Heinrich Theodor Grütter, Vorstand der Stiftung Zollverein und Direktor des Ruhr Museums

Von Skulptur bis Goldschmiedekunst
Die Sonderschau, die noch bis zum 5. Januar 2020 im Ruhr Museum zu sehen ist, dokumentiert mit 700 Exponaten von rund 100 Leihgebern die vielfältige Schaffenskraft der Künstlersiedlung in den 1920er- und 1930er-Jahren. Auf einem runden Podest in der Mitte des Ausstellungsraumes in der Kohlenwäsche sind zentrale Werke aus Kunst und Kunsthandwerk, die auf der Margarethenhöhe produziert wurden, zu sehen. Zu den Exponaten zählen Originalskulpturen wie beispielsweise die Bronzeskulptur „Die Säerin“ von Joseph Enseling, die eigens für die Ausstellung von der Margarethenhöhe ins Ruhr Museum transportiert wurde. Ebenfalls ausgestellt sind das berühmte Stahlbuch, das Gästebuch der Stadt Essen, die Amtskette des Essener Oberbürgermeisters und die Meisterschale des Deutschen Fußball-Bundes. Hinzu kommen Originalmöbel und Modelle, Einrichtungsgegenstände und Interieur, Dokumente und Fotografien, die das Leben in der Gartenstadt und die Arbeit in der Künstlersiedlung dokumentieren. Ein Prolog widmet sich der Stifterin Margarethe Krupp. In laubenartigen Seiten-Kabinetten werden die Künstler und Künstlerinnen der Margarethenhöhe vorgestellt. Weitere Bereiche der Ausstellung, die von dem Wiener Architekten Bernhard Denkinger gestaltet wurde, widmen sich dem Neuen Bauen, dem Folkwang-Impuls, der Gartenstadt und der Folkwangstadt.

Gut 90 Prozent der Exponate stammen nicht aus dem Ruhrgebiet, wie Prof. Heinrich Theodor Grütter betont: „Die Stadt Essen kann stolz sein auf das, was in den 1920er-Jahren hier geschaffen wurde. Die Ausstellung würdigt diese kulturhistorische Leistung auf besondere Weise.“

Ort und
Kontakt

Adresse
  • Ruhr Museum
    UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal A [Schacht XII], Kohlenwäsche [A14] Gelsenkirchener Str. 181
    45309 Essen
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