Am 7. Juni 2026 eröffnet das Welterbe Forum auf Zollverein seine Pforten. Mehrsprachig, digital und möglichst barrierefrei empfängt dann der Neubau die Gäste, informiert zum Thema Welterbe und präsentiert die gesamte Angebotsvielfalt auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Bauherr, Planer, Handwerker und Projektbeteiligte feierten am Freitag, 23. Januar 2026, gemeinsam das Richtfest.
Seit 25 Jahren gehört Zollverein zum UNESCO-Welterbe: 2026 jährt sich die Aufnahme der Schachtanlagen der Zeche Zollverein gemeinsam mit der benachbarten Kokerei in die Welterbeliste zum 25. Mal. Passend zum Jubiläumsjahr eröffnet am 7. Juni 2026 – dem bundesweiten UNESCO-Welterbetag – ein neuer zentraler Anlaufpunkt auf Zollverein: das Welterbe Forum. Das Forum macht das Thema Welterbe für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt ebenso wie für die lokale Bevölkerung erlebbar. Es bietet einen kompakten Überblick über die Entwicklungen auf Zollverein und ordnet diese im Vergleich zu anderen Welterbestätten ein. Darüber hinaus informiert das Welterbe Forum über aktuelle und kommende Angebote auf dem Gelände: von Führungen über Programme in den Museen bis hin zu den vielfältigen Veranstaltungen. Nach dem Richtfest beginnt nun der Innenausbau mit der technischen Gebäudeausrüstung. Es folgen die Installation der Medientechnik sowie der Ausstellungsbau.
Zentraler Treffpunkt
Das neue Gebäude wird unter der Schachthalle von Schacht XII gebaut, zurückhaltend eingegliedert in die Architektur, mit großer Glasfassade und einem Kunst-am-Bau-Projekt in Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste. „Das Welterbe Forum wird ein zentraler und digital gestützter Anlaufpunkt für unsere Gäste – direkt am Werner-Müller-Platz“, sagt Christoph Tesche, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein. „Hier heißen wir Besucherinnen und Besucher auf Zollverein willkommen, vermitteln verständlich und mehrsprachig, was UNESCO-Welterbe bedeutet.“
Multimediale Stationen ohne Barrieren
Entworfen wurde das Welterbe Forum von Lindner Lohse Architekten BDA. Der Baubeginn erfolgte am 1. Juli 2025, nachdem das Gelände von der RAG nach Abschluss der Rückbauarbeiten der Schachtverfüllung übergeben worden war. Das Gebäude misst rund 16 × 13 Meter bei einer Höhe von etwa 5,75 Metern und verfügt über eine Hauptnutzfläche von rund 170 Quadratmetern sowie zusätzliche Technikflächen. Herzstück der inhaltlichen Vermittlung wird eine großformatige LED-Medienwand sein (14,5 x 1,2 Meter) flankiert von acht interaktiven Medienstationen mit digitalen Inhalten und realen Exponaten. Die Gäste werden auf der LED-Wand durch einen eindrucksvollen Film begrüßt, der sie in die Geschichte und Transformation des Welterbes einführt.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit: Das Welterbe Forum ist barrierefrei zugänglich. Die Fassade aus carbonatisiertem Holz nimmt zudem bewusst Bezug auf die historische Bedeutung von Holz im Bergbau und auf den Entstehungsprozess von Kohle. Der Bau des Welterbe Forums folgt überwiegend dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (C2C): Materialien werden so eingesetzt, dass sie dauerhaft im Kreislauf bleiben und keinen Abfall erzeugen. Die verbauten Materialien und Bauteile sind so ausgewählt und geplant, dass sie bei einem möglichen späteren Rückbau oder einer Umnutzung in hohem Maße entweder wiederverwendet oder einer fachgerechten Verwertung zugeführt werden können. Die ausgewählten Produkte wie die Fensterelemente sind entsprechend zertifiziert.
Gefördert wird das Welterbe Forum durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie durch das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung.