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Großer, quaderförmiger Steinblock mit rauer Oberfläche steht auf einer Lichtung im Wald. Der Block ist von Moos und rötlichen Verfärbungen bedeckt und wirkt bearbeitet, mit einer umlaufenden Linie aus kleinen Bohrlöchern. Umgeben ist er von dichtem, grünem Laub und Bäumen, durch die Sonnenlicht fällt und Schatten auf den Stein wirft.

Granit Bleu de Vire, gespalten und geschnitten I

1986

Auf den Spuren des Architekturphilosophen Vitruvs

Am Wegesrand zur mittleren Ebene der Halde Zollverein befindet sich die Skulptur „Granit Bleu de Vire, gespalten und geschnitten I“, die der Künstler Ulrich Rückriem (*1938) in seinem Formenkanon als „Tempelform“ bezeichnet.

Die Skulptur weist architektonische Elemente auf: Ein flacher, halb im Boden versenkter Quader trägt vier pfeilerartige gleichgroße Blöcke, welche wiederum einen weiteren flachen Quader stützen – eine Art Fundament, Pfeiler und Dach. Die Quader sind in halben oder doppelten Größenverhältnissen zueinander platziert und folgen einer idealen Symmetrie. Rückriem achtet bei seinen Werken auf Symmetrie und Proportionen, ähnlich den Idealen des antiken Architekturphilosophen Vitruvs. An dem Kunstwerk werden die für Rückriem typischen Schnitt- und Bruchtechniken deutlich. Die Wahl des Materials und dessen Bearbeitung unterscheidet das Werk hier letztendlich von funktionaler Architektur, da sie keinen Raum schafft und Natursteinoberflächen keine vollkommene Symmetrie erlauben.

Zu dem Werk „Granit Bleu de Vire, gespalten und geschnitten I“ ist der Pedant „Granit Bleu de Vire, gespalten und geschnitten II“ des Skulpturenpaares auf der mittleren Ebene der Halde zu finden.

Ulrich Rückriem

Weitere Werke im Skulpturenwald auf Zollverein
Ulrich Rückriem

Castell

1992/1993

Ulrich Rückriem

Granit Bleu de Vire, gespalten und geschnitten II

1986

Ulrich Rückriem

Granit Rosa Porrino, gespalten

2011

Ulrich Rückriem

Finnischer Granit, gespalten

1994