Im Red Dot Design Museum ist das Zollverein-Motto des Jubiläumsjahres „denk mal Zukunft“ im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. „Anders als in anderen Museen haben wir hier weniger Berührungsängste“, sagt Burkhard Jacob, Vorstand des Design Zentrum Nordrhein-Westfalen – der Verein, der das Museum betreibt. „Der Grafikdesigner Otl Aicher hat es einst auf den Punkt gebracht: ,Weil die Hand greifen kann, kann auch das Denken begreifen‘“, so Jacob weiter. Das Museum bietet daher im Herbst und Winter insbesondere für Schulen, Hochschulen und Berufskollegs Workshops an, bei denen es ganz bewusst um das Anfassen von Design geht, um Designkultur unmittelbar zu erleben. „In den Workshops spannt sich am Beispiel der Klassiker und Avantgarde von Sitzmöbeln der Bogen von den Anfängen der Industrialisierung bis zur Gegenwart des Designs“, erzählt der Leiter des Museums. Dabei geht es um Funktion und Form, Verführung und Gebrauch, Einfachheit und Komplexität, Materialien und Nachhaltigkeit sowie um Marken- und Trendfarben.
Design im Alltag
Viele dieser Dinge benutzen wir im Alltag zu Hause, ohne weiter darüber nachzudenken. Die Exponate der Ausstellungen spiegeln die Welt wider, in der wir leben oder leben möchten, denn Design sucht mit innovativen Lösungen nach Antworten auf die Fragen unserer Zeit. „In den Workshops oder auch bei den Führungen wird das Museum für die Besucher und Besucherinnen zu einem besonderen Lernort“, sagt Burkhard Jacob. Früher war das Gebäude die Energiezentrale der Zeche Zollverein. Heute zeigt das Red Dot Design Museum im Kesselhaus rund 2.000 ausgezeichnete Produkte und damit die weltweit größte Ausstellung modernen Designs – vom Küchengerät und Kopfhörern über Leuchten und Sitzmöbeln bis hin zu Werkzeugen und Automobilen.
Drei Sonderausstellungen
Neben den in diesem Jahr mit dem Red Dot ausgezeichneten Produkten aus allen Lebensbereichen, zu sehen bei „Design on Stage“, zeigen die „Red Dot Milestones“ die besten Produkte des Jahres. Dafür vergibt eine internationale Fachjury unter tausenden von Einreichungen nur an wenige Produkte den „Red Dot: Best of the Best“. Diese Exponate präsentieren eine wegweisende, oft in die Zukunft gerichtete Gestaltung. Sie setzen neue Standards – sowohl funktional als auch ästhetisch – und zeigen, wie Design unsere Lebenswelt nachhaltig prägen kann. Beide Ausstellungen sind noch bis zum 30. Mai 2027 zu sehen. Zudem ist in der Sonderausstellung „Fifty Years Iconic“ seit dem 11. September noch bis 1. November 2026 der Fokus auf 50 Jahre Schweizer Design gerichtet. „Unsere Zielgruppen sind sehr gemischt. In der Woche haben wir viele Fachbesucher, darunter Gestalter und Studierende, außerdem häufig Schulgruppen, sowie Seniorinnen und Senioren. Am Wochenende besuchen uns gerne Familien. Insgesamt ist der Anteil an Touristen, auch aus dem Ausland, recht hoch“, erzählt Burkhard Jacob. Dabei profitiert das Red Dot Design Museum auch von den rund 1,7 Millionen Gästen pro Jahr aus aller Welt auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein.