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Lesereihe „Offene Seiten“ mit vier Themenabenden auf Zollverein

So treffen im November und Dezember Literatur und Diskussion aufeinander

Die Lesereihe „Offene Seiten“ der Stiftung Zollverein bringt verschiedene Perspektiven, Diskurse und literarische Vielfalt auf das Welterbe. Im November und Dezember 2026 steht ein abwechslungsreiches Programm an. Zunächst bietet Comiczeichnerin Ulli Lust am Dienstag, 3. November, neue Perspektiven auf die weibliche Kulturgeschichte. Autorin Shida Bazyar spricht am Freitag, 6. November, über Verschwiegenes. Gemeinsam mit dem Journalisten Christoph Schurian rekonstruiert Eckard Grütters am Dienstag, 10. November, das Grubenunglück auf der Zeche Hibernia am 8. Juni 1887. Zum Abschluss des Jahres steht am Dienstag, 8. Dezember, der Autor Ulrich Homann mit einer Neuinterpretation des Ruhrgebiets der 60er- und 70er-Jahre auf der Bühne.

Dort wo einst Kohle sortiert und „ausgelesen“ wurde, finden heute Lesungen statt: Die Autorinnen und Autoren der Reihe „Offene Seiten“ begegnen dem Publikum auf Augenhöhe und ermöglichen so ein gemeinsames Gespräch.

Dienstag, 03.11.2026, 19 Uhr, Rundeindicker
Die Frau als Mensch – Am Anfang der Geschichte
Eine Comicpräsentation mit Ulli Lust
Mit kraftvollen Bildern erzählt Ulli Lust in ihren Sachcomics Geschichten aus der weiblichen Perspektive. Sie bricht mit stereotypischen Rollenbildern und hinterfragt, warum die menschlichen Anfänge so oft aus männlicher Sicht erzählt wurden. „Die Frau als Mensch – Am Anfang der Geschichte“ wurde mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2025 ausgezeichnet. Im Frühjahr 2026 folgte die Fortsetzung mit „Schamaninnen“.
Eintritt: 19 €, ermäßigt 11 €
Projektförderer: RAG-Stiftung sowie Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.

Freitag, 06.11.2026, 19:30 Uhr, Halle 12
Die Lücken
Lesung und Gespräch mit Shida Bazyar
Heimesbach, ein fiktiver Ort im Hunsrück, steht mit den persönlichen Erlebnissen seiner einheimischen und zugewanderten Bewohnerinnen und Bewohner exemplarisch für fast ein Jahrhundert deutsche Geschichte. Was in der Chronik des ehemaligen „Gaumusterdorfs“ und den offiziellen Narrativen fehlt, sind neben dem Verschwiegenen und Verdrängten vor allem die Perspektiven der Mädchen und Frauen. Diese Lücken füllt Shida Bazyar in einem Panorama miteinander verwobener Schicksale und entwirft an einem beispielhaften Ort eine regionalhistorische und mahnende Geschichte über Wandel und Kontinuität. Für ihr Werk erhielt die Autorin den Deutschen Buchpreis 2026. Die Moderation des Abends übernimmt Rasha Khayat.
Eine Veranstaltung des Literaturdistrikt-Festivals im Rahmen der Reihe „Offene Seiten“ der Stiftung Zollverein, in Kooperation mit der Buchhandlung proust wörter & schönes. Die Stiftung Zollverein wird für diesen Abend unterstützt von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.
Eintritt: Vorverkauf 8 €, Abendkasse 10 € | ermäßigt 5 €

Dienstag, 10.11.2026, 19 Uhr, Halle 10
Das Grubenunglück auf der Zeche Hibernia am 8. Juni 1887
Eckard Grütters im Gespräch mit dem Journalisten Christoph Schurian
Die Explosion in der Gelsenkirchener Zeche Hibernia stellt ein tragisches Kapitel der regionalen Geschichte dar. Eckard Grütters und Christoph Schurian widmen sich diesem Unglück in zwei Teilen. Zunächst rekonstruieren sie den Ablauf des Vorfalls unter Tage, bevor sie sich im zweiten Teil der Ursachenforschung und den Auswirkungen des Unglücks auf den weiteren Betrieb der Zeche zuwenden.
Eintritt: 9 €
Projektförderer: RAG-Stiftung sowie Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.

Dienstag, 08.12.2026, 19 Uhr, Halle 12
Das hast du dir doch alles nur ausgedacht
Autorenlesung mit Ulrich Homann
Das Ruhrgebiet der 1960er- und 1970er-Jahre bildet den Hintergrund für eine Geschichte über Identität und die Grenzen von Wahrheit und Erzählung. Der Coming-of-Age-Roman „Das hast du dir doch alles nur ausgedacht“ handelt von einer vielschichtigen Reflexion über Identität, Autorenschaft und die transformative Kraft der Literatur, angesiedelt im Essener Norden. Ulrich Homann regt mit seinen Worten zum Nachdenken über diese Grenzen hinaus an.
Eintritt: 19 €, ermäßigt 11 €
Projektförderer: RAG-Stiftung sowie Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.

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