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Kunst und Kultur

Von Kohle und Koks zu Kunst und Kultur

Früher wurde hier Kohle gefördert und zu Koks veredelt, heute heißen die neuen Energieträger des UNESCO-Welterbes Zollverein Kunst und Kultur. Ein überwältigendes Angebot an Ausstellungen, Konzerten, Theater- und Performanceaufführungen, Lesungen und Festivals sorgt dafür, dass auf der ehemaligen Zeche und Kokerei immer etwas los ist. Gewinnen Sie einen Überblick darüber, was es alles auf dem Welterbe Zollverein zu entdecken gibt.

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© Frank Vinken / Stiftung Zollverein

Specials und Events

Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist ein Standort mit viel Potenzial – drinnen wie draußen. Beeindruckende Architektur, industrieller Charme und Industrienatur bieten einen außergewöhnlichen Raum für Kulturveranstaltungen: Deshalb zieht das Welterbe jedes Jahr aufs Neue Großveranstaltungen und Festivals an. Die ExtraSchicht – Nacht der Industriekultur bringt traditionell im Sommer das gesamte Ruhrgebiet zum Leuchten. Ehemalige Industrieanlagen werden zu Erlebnisräumen für spektakuläre Events, Kunstaktionen und Konzerte. Das Gelände des Welterbes Zollverein ist in jedem Jahr ein zentraler Schauplatz und verwandelt sich in einen Sommernachtstraum.

Mit der Ruhrtriennale hat ein wichtiges regionales Festival einen festen Platz auf dem Welterbe Zollverein gefunden. Das hochkarätige und international beachtete Fest der Künste bietet im Spätsommer und Herbst spektakuläre Inszenierungen an verschiedenen Locations der Industriegeschichte. 2013 staunten die Besucher, als sich direkt vor dem Kokskohlenturm ein weiterer, begehbarer Turm aus Wasser befand. Die Installation aus Regentropfen „Tower – Instant Structure for Schacht XII“ der Künstlergruppe rAndom international war ein Beitrag der Urbanen Künste Ruhr zur Ruhrtriennale und sorgte für große Begeisterung.

Eindrucksvolle Veranstaltungen und ungewöhnliche Kultur- und Freizeiterlebnisse verteilen sich über das ganze Jahr: So bietet das Werksschimmbad, ein als Kunstwerk konzipierter Swimmingpool, Erfrischung inmitten der Kokerei Zollverein. Zum Jahresende verwandelt sich das nur wenige Meter entfernte ehemalige Löschgleisbecken laut Reiseführer Marco Polo „in den faszinierendsten Ort zum Schlittschuhlaufen bundesweit“. Die ZOLLVEREIN® Eisbahn lädt zum Schlittschuhlaufen in einmaliger Architektur ein.

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© Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Kultur und Museen

Das UNESCO-Welterbe Zollverein erzählt von seiner dynamischen Vergangenheit. Der Denkmalpfad ZOLLVEREIN® ist das kulturelle Angebot für alle, die in die Geschichte und Technik der ehemals größten und immer noch „schönsten Zeche der Welt“ und der nicht weniger beeindruckenden Kokerei Zollverein eintauchen möchten. Der Denkmalpfad führt durch die im Originalzustand erhaltenen Übertageanlagen. Hier können Erwachsene, Kinder und Familien in zahlreichen Führungen Geschichte mit all ihren Facetten erleben und erhalten einmalige Eindrücke vom Inneren der Zeche und Kokerei Zollverein. Erfahrene Gästeführer, darunter ehemalige Zollverein-Bergleute und Koker führen sowohl zu festen Terminen täglich als auch nach individueller Vereinbarung im Rahmen einer gebuchten Gruppenführung durch den Denkmalpfad und über das Gelände.

Allein der Eingang ist schon ungewöhnlich: Zur Dauerausstellung des Ruhr Museums gelangen die Besucher auf einer orange leuchtenden Treppe. In der ehemaligen Kohlenwäsche präsentiert das erste Museum für das gesamte Ruhrgebiet auf drei Etagen Natur, Kultur und Geschichte einer bewegten Region. Das Ruhr Museum versteht sich als Regionalmuseum neuen Typs und als Schaufenster der Region. Es verfügt über umfangreiche Sammlungsbestände zu Geologie, Archäologie, Geschichte sowie Fotografie und verbindet in seiner Dauerausstellung die verschiedenen Disziplinen miteinander. Besucher entdecken die Region mit allen Sinnen, schnuppern an Geruchsstationen die Luft von Damals und hören in den sogenannten Sound-Duschen die Alltags-Sinfonie des Ruhrgebiets, zu der die Klangkulisse der A40 ebenso gehört, wie das Fußballstadion und die Mucki-Bude. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen widmen sich Schwerpunktthemen wie dem „Mythos Krupp“, dem Ersten Weltkrieg im Ruhrgebiet („1914 – Mitten in Europa“) sowie der regionalen und weltweiten Kohlewirtschaft („Kohle Global“) und erweisen sich immer wieder aufs Neue als Publikumsmagneten.

Im ehemaligen Kesselhaus auf Schacht XII präsentiert das Red Dot Design Museum die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischen Designs. Auf 4.000 Quadratmetern, verteilt auf fünf Etagen, bilden mehr als 2.000 Exponate die Bandbreite aktuellen Produktdesigns ab – vom einfallsreichen USB-Stick, über den multifunktionalen Herd bis hin zum frei schwebenden Helikopter. Allen Exponate ist neben Einfallsreichtum und Eleganz vor allem eins gemeinsam: Sie sind stolze Preisträger des renommierten Red Dot-Awards. Das Red Dot Design Museum bietet regelmäßig Führungen durch die beeindruckende Ausstellung sowie verschiedene Veranstaltungen an, die den Besuchern auf unkonventionelle Weise die Welt des Designs vermitteln.

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© Ruhr Museum, Foto Brigida González

Kunst auf Zollverein

Zollverein inspiriert: Schon kurz nach der Stilllegung der Zeche siedelten sich Künstler und Kreative auf dem Gelände an, um sich von der einzigartigen Atmosphäre inspirieren zu lassen. Der Künstler Thomas Rother eröffnete seinen “Kunstschacht”, die Künstlerin Young-Jae Lee übernahm die Leitung der Keramischen Werkstatt Margaretenhöhe und zog mit dieser in das ehemalige Baulager auf Schacht 1/2/8. Mit seiner monumentalen Skulptur „Castell“ hat der Bildhauer Ulrich Rückriem auf der Halde von Schacht XII nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für die Kunst auf Zollverein gelegt, sondern zugleich das Bewusstsein für den Naturraum auf der Halde geschaffen: Da die Stadt Essen zur damaligen Zeit plante, die Halde als Bauschuttdeponie zu nutzen, setzte er seinen Werkkomplex aus 24 massiven Granitblöcken auf den Bereich des ehemaligen Kohlelagers – und verhinderte so die Pläne.

Mittlerweile bereichern weitere dauerhaft angesiedelte Kunstwerke das Welterbe-Gelände: Maria Nordman installierte die begehbare Arbeit „LA PRIMAVERA“ in die Durchfahrt des ehemaligen Kesselaschebunkers. Das ehemalige Salzlager auf der Kokerei beherbergt die Total-Installation „The Palace of Projects“ von Ilya und Emilia Kabakov, ein leuchtender, schneckenförmiger Raum, in dessen Innerem Besucher sich mit utopischen Ideen und Entwürfen für eine bessere Welt auseinandersetzen. Ein Kunstwerk auf Zollverein tarnt sich für viele als Freizeiterlebnis: Das Werksschwimmbad auf der Kokerei von Dirk Paschke und Daniel Milohnic. Der „Pool“ aus zusammengeschweißten Überseecontainern ist ein eindrucksvolles Sinnbild für den Strukturwandel der Region und lädt jeden Sommer Touristen wie Nachbarn zum Baden und Entspannen ein.

Den Künstler in sich entdecken: Mit dem Angebot an Kursen, Workshops und Akademien der ARKA Kulturwerkstatt können sich interessierte Laien schöpferisch ausleben und sich in klassischen wie modernen Genres erproben.

Die jungen Profis bieten zweimal im Jahr auf der contemporary art ruhr [C.A.R] Einblicke in ihr Schaffen. Die C.A.R. vermittelt zudem als innovative Kunstmesse der Region neue, frische Impulse und verbindet junge Talente mit bekannten Galerien und etablierten Institutionen des Kulturbetriebs. Ausstellungsort der C.A.R. ist das SANAA-Gebäude – dort hat der Fachbereich für Gestaltung und Design der Folkwang Universität der Künste bereits Quartier bezogen. Man sieht also: Die Kunst lebt auf Zollverein.

Eine informative Übersicht über zeitgenössische Künstler und ihre Werke auf dem Welterbe Zollverein bietet die Broschüre Kunst auf Zollverein.

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© Frank Vinken / Stiftung Zollverein

Tanz, Performance und Konzerte

Neben vielen anderen Formen der Bildenden wie Darstellenden Künste, schlägt auf dem Welterbe Zollverein auch ein Herz für Tanz und Performance. In der ehemaligen Waschkaue auf Schacht 1/2/8, dem kreativen Zentrum des UNESCO-Welterbes, gibt PACT Zollverein (kurz für: Performing Arts Choreographisches Zentrum NRW und Tanzlandschaft Ruhr) der Innovation eine Bühne.
PACT Zollverein ist gleichzeitig Plattform, Motor und Bühne für wegweisende Entwicklungen in den Bereichen Tanz, Performance, Theater, Medien und Bildende Kunst. International renommierte Kompanien, Choreografen und Künstler beleben das Haus mit spannenden und faszinierenden Premieren und Aufführungen. Sie arbeiten, proben und inszenieren dort, wo sich früher die Bergleute nach der Schicht vom Kohlenstaub befreiten und lassen sich von der einmaligen Atmosphäre des Hauses inspirieren. Ein großer Vorteil dabei ist die Wandelbarkeit des Gebäudes: Je nach Wunsch kann es Theater, Kino oder Konzertsaal sein.

Auch an Musik fehlt es nicht auf dem Welterbe Zollverein. Seit 1997 besteht die Konzertreihe der Stiftung Zollverein, die ZOLLVEREIN® Konzerte, die Veranstaltungen von Klassik über Jazz bis Pop für jeden Musikgeschmack bietet. Auf den verschiedenen Bühnen in den ehemaligen Zechen- und Kokereihallen sowie auf dem Außengelände standen bereits Größen wie Jan Delay, Clueso, Pohlmann, Blumentopf, Rebecca Gablé, Jan Garbarek – und die häufigen Gäste und Standing-Ovations-Garanten der WDR Big Band. Auch aufstrebende und noch unbekannte Künstler stehen im Augenmerk der ZOLLVEREIN® Konzerte.

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© Anna Sroecher / Burgtheater Wien 2012

Lernen, Erfahren, Fördern, Entwickeln, Probieren, Kreieren - Unterricht einmal anders

Schulprojekte und Schulkooperationen auf dem Welterbe Zollverein

Das Welterbe Zollverein ist ein Ort der Geschichte, der Architektur, der Kunst, der Kultur, des Designs, der Medien und der Wissenschaft.

Schüler und Studenten entdecken auf dem Gelände die Wurzeln der Region und erfahren am Wandel der Zeche und Kokerei Zollverein, wie das Ruhrgebiet sich hin zur Moderne wendet – von Industrie zur Kreativwirtschaft, Kunst und Kultur. Durch die Ansiedlung von Firmen und Institutionen am Standort verwirklichen sich zudem konkrete berufliche Perspektiven.

Das Schulprogramm – “Welterbestättenvermittlung – Zollverein macht Schule!” wurde von der Stiftung Zollverein konzipiert, um die gesamte Themenfülle des Welterbe Zollverein Schülern näherzubringen. Es ist seit 2006 fester Bestandteil des Angebots und richtet sich an Schulen in Essen und den angrenzenden Städten.

Die Schüler entdecken im Rahmen eines individuell abgestimmten Programms die vielen Facetten Zollvereins und lernen dabei auch, sich mit der Region zu identifizieren. Im „Unterricht außerhalb des Klassenzimmers“ wird das Welterbe Zollverein zum Ort des Entdeckens und Erlebens, des Lernen und Erfahrens und für die Schüler (be-)greifbar. Das pädagogisch betreute Angebot wird dabei in den Unterricht integriert. Die Schulen wählen zwischen den Schwerpunkten „Zollverein historisch“, „Zollverein im Wandel“ und „Zollverein aktiv“.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist der Abschluss einer Bildungspartnerschaft mit der Stiftung Zollverein. Derzeit sind insgesamt 29 Schulen und vier Schulämter Kooperationspartner. Zuständig für die Durchführung des Projektes ist die Abteilung Denkmalpfad ZOLLVEREIN®.

Das Projekt „Bildungspartnerschaft“ des Ruhr Museums und der Gustav-Heinemann-Gesamtschule begleitet die Schüler acht Schuljahre lang, von der Klasse 5 bis 12, in ihrer Laufbahn. Es ist fester Bestandteil des Schulprogramms. Natur, Archäologie, Geschichte und Kultur des Ruhrgebiets werden im Unterricht thematisiert und die Schüler nehmen einmal pro Schuljahr an einer Veranstaltung aus dem Programm für Schulen teil. Dabei lernen sie auf eine ganz andere Art etwas über die Steinzeit und das mobile Museum, Schrift und Schmieden sowie die Industrialisierung.

In den nächsten Jahren wird das Welterbe als Bildungsstandort noch weiter gestärkt. Das SANAA-Gebäude ist seit 2010 Standort der Folkwang Universität der Künste. Mit einem weiteren Neubau für den Fachbereich Gestaltung mit Vorlesungssälen und Seminarräumen auf den Flächen der designstadt auf Schacht 1/2/8 werden zukünftig die 600 Studierenden auf dem Gelände ein- und ausgehen, sich in den anliegenden Stadteilen ansiedeln.

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© Frank Vinken / Stiftung Zollverein
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© Frank Vinken / Stiftung Zollverein

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