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Über Zollverein
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Hinweis Corona-Pandemie

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden viele Veranstaltungen, Führungs- und Freizeitangebote abgesagt. Aufgrund der Neuerungen im Infektionsschutzgesetz sind aktuell auch die Museen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein geschlossen. Zollverein-Führungen finden nicht statt.

Das Corona-Testzentrum in Halle 12 öffnet weiter täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr, für einen Test ist die Vorlage des Personalausweises nötig. Eine Online-Reservierung der Testtermine wird empfohlen.

Bitte achten Sie auf tagesaktuelle Hinweise!

Weitere Informationen finden Sie auf www.zollverein.de/corona.

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Mischanlage wird zum Kunstlabor

NEW NOW auf Zollverein

Festival für Digitale Künste

NEW NOW, das Festival für Digitale Künste, verwandelt die Mischanlage der Kokerei Zollverein in ein temporäres Produktionslabor. Die Künstlerische Leiterin Jasmin Grimm spricht im Interview über die Vision des Festivals und die besondere Atmosphäre des Ortes.

Frau Grimm, nicht jeder hat eine genaue Vorstellung von Digitaler Kunst. Können Sie den Kunstbegriff kurz beschreiben?
Digitale Kunst beschäftigt sich mit unterschiedlichsten künstlerischen Disziplinen, von Mode über Skulptur, Musik und Performance bis hin zu künstlerischen Installationen. Alle Kunstsparten können zur Digitalen Kunst werden. Sie wird geprägt vom experimentellen Erforschen der Künste durch digitale Technologien. In den meisten Fällen ist ein Computer das Werkzeug: Da werden Skulpturen als 3D-Scan angelegt, 3D-Druckverfahren kommen zum Einsatz, Klangräume werden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erschaffen oder Landschaften durch Virtual Reality kreiert.

Inwiefern ist NEW NOW eine neue Form eines Festivals?
NEW NOW ist ein Festival zur Produktion Digitaler Künste, das in diesem Jahr startet und bis hoffentlich 2030 am Standort Zollverein weiter ausgebaut und entwickelt werden soll. Festivals und Ausstellungen stellen oft fertige Arbeiten aus. NEW NOW hingegen möchte den Fokus auch auf die Entstehung der Kunst legen und hinter die Kulissen blicken. Wir betonen dabei ganz bewusst den Produktionsprozess, weshalb wir das Festival auch als „Living Sculpture“, also als eine lebendige Skulptur, verstehen, an deren Entstehung unterschiedliche Akteure mitwirken. In den ersten drei Wochen des Festivals findet die Kunstproduktion statt, in den zwei Wochen danach folgt die Ausstellung.

Wie macht das Festival Digitale Kunst erlebbar? Wie finden Publikum und Kunstschaffende zusammen?
In einem Pandemiejahr ein neues Festival zu planen, ist eine große Herausforderung. Gerade bei einem Festival geht es ja vor allem um Dichte, um Begegnungen, Austausch und um Nähe. Wir versuchen trotzdem auf verschiedenen Wegen, ein Festival-Feeling zu kreieren. Zum einen planen wir das Festival von vornherein hybrid. Wir haben eine virtuelle Plattform, über die man das Festival live mitverfolgen, aber auch mit anderen im virtuellen Raum in Kontakt treten kann. Zum anderen verwandelt sich die Mischanlage für einen Zeitraum von fünf Wochen in die schon beschriebene „Living Sculpture“ mit Installationen, Residenz-Künstlerinnen und -Künstlern, Ausstellung sowie einer Konferenz. Wir öffnen den Prozess immer wieder und wollen so Interessierte mit den Kunstschaffenden punktuell zusammenbringen. Geplant sind Club-Nights, Performances, Workshops und weitere Formate, bei denen Kreativschaffende und Teilnehmende in Kontakt treten.

Der Titel NEW NOW lässt eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart vermuten. Was sind die Themen des Festivals?
Es geht um den Themenkomplex Mensch, Technik und Natur und die Frage, wie wir leben und arbeiten wollen. Der Performancekünstler Tino Seghal beschreibt die Künste als einen Ort der Spekulation über alternative Zukünfte. So wollen wir auch unser Festival verstanden wissen: als einen Ort der Möglichkeiten, der sich zwischen Utopien und Dystopien aufspannt und damit eine Auseinandersetzung mit unserer gegenwärtigen Wirklichkeit ermöglicht. Wir haben uns mit dem Titel NEW NOW bewusst gegen eine Verankerung in der Zukunft entschieden, da es gerade so viele dringliche Themen gibt – schauen wir nur auf die Klimakrise oder die Pandemie. Wir wollen also den Fokus auf die Gestaltung der Gegenwart legen und die Verantwortung dafür auch nicht auf das Morgen vertagen.

Stellt NEW NOW einen Bezug zum Standort Zollverein her?
Zollverein ist ein Standort im Wandel. Früher wurde vor Ort Kohle gefördert, heute sind es Ideen. Wir führen diesen Gedanken fort: Wir befinden uns an einem Ort, den man als Katalysator der Moderne bezeichnen kann. Elektrizität und Automatisierung sind Schlüsselphänomene, ohne die Digitalität und somit auch Digitale Künste nicht vorstellbar wären. Da ist es unvermeidlich, Verbindungen zwischen der Geschichte und der neuen Gegenwart des Standorts zu schaffen. Unterstreicht die Mischanlage als Ausstellungsort das Anliegen des Festivals? Die Mischanlage ist ein eindrucksvoller Ort. Mich fasziniert dort vor allem die Geschichte. Hier wurde Kohle gemischt und mit unterschiedlichen Stoffen angereichert, um brennbar zu werden. Es wurden hier also Grundlagen geschaffen, durch die sich Kohle erst zu einem Brennstoff der Moderne entfachen konnte. Das ist vielleicht auch eine gute Metapher für das Festival. Ich hoffe, dass jede Besucherin und jeder Besucher hier mit neuen Stoffen in Verbindung kommt und dadurch Teil einer neuen Lebensform und Kunstbewegung werden kann.

Zur Person
Jasmin Grimm gestaltet experimentelle Formate für Digitale Künste und künstlerische Forschung. Die von ihr entwickelten Festivals, Ausstellungen und Workshops bringen Akteurinnen und Akteure aus Kunst, Technologie und Gesellschaft zusammen. Sie hat das Berliner Retune Festival 2016 und 2018 inhaltlich geleitet, 2017 die TINCON (teenage internetwork convention) kuratiert und für den Branchenverband Bitkom unter dem Titel „Digital Arts Lab“ ein neues Ausstellungsformat konzipiert. Sie ist Mitgründerin und Co-CEO von Rosy DX – einem Studio für Digitalität. Auch auf Zollverein war Jasmin Grimm schon aktiv: Im Oktober 2020 kuratierte sie das Symposium des Gaming-Festivals Next Level. Seit Frühjahr 2021 ist sie zudem die Künstlerische Leiterin der Stiftung Zollverein für die Digitalen Künste.

Foto: Constanze Flamme

Hinweis Corona-Pandemie

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden viele Veranstaltungen, Führungs- und Freizeitangebote abgesagt. Aufgrund der Neuerungen im Infektionsschutzgesetz sind aktuell auch die Museen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein geschlossen. Zollverein-Führungen finden nicht statt.

Das Corona-Testzentrum in Halle 12 öffnet weiter täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr, für einen Test ist die Vorlage des Personalausweises nötig. Eine Online-Reservierung der Testtermine wird empfohlen.

Bitte achten Sie auf tagesaktuelle Hinweise!

Weitere Informationen finden Sie auf www.zollverein.de/corona.