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Über Zollverein
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Hinweis Corona-Pandemie

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden viele Veranstaltungen, Führungs- und Freizeitangebote abgesagt. Aufgrund der Neuerungen im Infektionsschutzgesetz sind aktuell auch die Museen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein geschlossen. Zollverein-Führungen finden nicht statt.

Das Corona-Testzentrum in Halle 12 öffnet weiter täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr, für einen Test ist die Vorlage des Personalausweises nötig. Eine Online-Reservierung der Testtermine wird empfohlen.

Bitte achten Sie auf tagesaktuelle Hinweise!

Weitere Informationen finden Sie auf www.zollverein.de/corona.

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Aus dem Alltag türkischer „Gastarbeiter“

Fotografien von Ergun Çağatay

Sonderausstellung im Ruhr Museum

Zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zeigt das Ruhr Museum von Juni bis Oktober 2021 die Sonderausstellung „Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990“ mit 120 Fotografien von Ergun Çağatay.

Genau 31 Jahre ist es her, dass der Istanbuler Fotograf und Ethnologe Ergun Çağatay (1937-2018) türkeistämmige Menschen in Hamburg, Köln, Werl, Berlin und Duisburg besuchte und in Tausenden von Aufnahmen fotografierte. Die umfangreiche Bildreportage, die von März bis Mai 1990 entstand, ist ein lebendiges Zeugnis der türkischen Einwanderung nach Deutschland. Vom 21. Juni bis zum 31. Oktober, dem Jahrestag des Anwerbeabkommens, ist auf der 12-Meter-Ebene des Ruhr Museums eine Sonderausstellung mit 120 Fotografien zu sehen, die im Rahmen dieser Reportage entstanden sind. Die teils großformatigen Abzüge zeigen eindrucksvolle Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben von Familien aus der Türkei, den sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern.

Die multikulturelle Gesellschaft entsteht
Als 1961 das Anwerbeabkommen zwischen Bonn und Ankara geschlossen wird, braucht die Bundesrepublik dringend gut ausgebildete Arbeitskräfte. „Bis zum Stopp des Anwerbeabkommens 1973 kommen über eine Million türkeistämmige Gastarbeiter nach Deutschland. Heute bildet diese Community, mit der vierten Generation der Nachgeborenen und mittlerweile 2,5 Millionen Menschen, die größte Migrationsgruppe in Deutschland“, beschreibt Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, den Hintergrund der Ausstellung. 1990, als Ergun Çağatay für seine dreimonatige Fotoexpedition durch Deutschland reist, erlebt er ein Land zwischen Mauerfall und deutscher Wiedervereinigung. „Es ist ein Moment des Umbruchs. Deutschland beginnt, sich zu einer multikulturellen Gesellschaft zu entwickeln“, sagt der Historiker, der Çağatay selbst 2018, kurz vor dessen Tod, in Berlin kennengelernt hat.

„In seinen Bildern fächert Çağatay die ganze Vielfalt der türkisch-deutschen Lebenswelten vor unseren Augen auf“, erklärt Heinrich Theodor Grütter. Die Sonderschau lässt das Publikum in Wohnzimmer und Moscheen blicken. In Berlin mischte sich Çağatay unter die Gäste einer Hochzeit und traf Mitglieder einer Jugendbande in Kreuzberg. In Köln besuchte er Facharbeiter beim Autohersteller Ford am Fließband, in Duisburg Bergmänner einer Steinkohlenzeche unter Tage und in Hamburg Hafenarbeiter. „In Werl wird zu dieser Zeit die erste neugebaute Moschee mit Minarett in Deutschland eröffnet. Çağatay hält diesen Moment fest. Ab jetzt wird nicht mehr im Hinterhof gebetet. Migrantinnen und Migranten wollen nicht mehr am Rande der Gesellschaft leben“, beschreibt der Direktor des Ruhr Museums ein Bild der Ausstellung. Die Schau zeigt 120 der insgesamt 3.500 Fotografien, die Ergun Çağatay in Deutschland erstellt hat. Mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung konnte das Ruhr Museum alle 3.500 Reportagebilder von Çağatays Erben erwerben.

Vater mit Sohn und drei Töchtern vor seinem Mercedes, Ergun Çağatay, 1990

Umfangreiches Rahmenprogramm
„Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. Fotografien von Ergun Çağatay“ ist ein deutsch-türkisches Kooperationsprojekt und wird vom Auswärtigen Amt und der RAG-Stiftung gefördert. Die Wanderausstellung ist sowohl in Museen in Essen, Hamburg und Berlin als auch in den türkischen Städten Istanbul, Ankara und Izmir zu sehen. Zur Ausstellung erscheinen ein zweisprachiger Katalog in Deutsch und Türkisch sowie ein Magazin, das Bezüge zur Aktualität der Einwanderungsgesellschaft herstellt. „Einige der türkeistämmigen Migranten, gerade aus der Zeit von Çağatay, lesen nach wie vor nur wenig in Deutsch. Da wir mit dieser Ausstellung wirklich alle erreichen wollen, haben wir auch die Flyer zweisprachig aufgebaut“, erklärt Grütter und verweist auf ein umfangreiches Begleit- und Kulturprogramm zur Ausstellung: „Insgesamt gibt es etwa 30 Projekte auf dem Welterbe Zollverein und in den umliegenden Stadtteilen, bei denen wir umfänglich auf die türkeistämmige Community zugehen und versuchen, die Menschen ins Museum und nach Zollverein zu holen.“

Zum Rahmenprogramm gehören unter anderem Kochkurse, ein Schreibworkshop und ein Symposium, Poetry Slam, Diskussions- und Talkrunden sowie eine Lesereihe. Zum Ende des Sommers wird eine deutsch-türkische Kulturnacht gefeiert, mit Lesungen, Tanz und einem Auftritt des Rappers Eko Fresh. Das komplette Programm ist mit Beginn der Ausstellung auf den Webseiten des Ruhr Museums und im Kalender zu finden.

Text: Heike Reinhold

Hinweis Corona-Pandemie

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Das Corona-Testzentrum in Halle 12 öffnet weiter täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr, für einen Test ist die Vorlage des Personalausweises nötig. Eine Online-Reservierung der Testtermine wird empfohlen.

Bitte achten Sie auf tagesaktuelle Hinweise!

Weitere Informationen finden Sie auf www.zollverein.de/corona.