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Auf Schicht in der neuen Mitmachzeche

Neuer Denkmalpfad 1/2/8 eröffnet auf Zollverein

Mitmachen und anpacken

Nach den Sommerferien 2019 öffnet der neue Denkmalpfad 1/2/8 seine Türen: Die Mitmachzeche für Kinder, Jugendliche und Familien im gerade erst denkmalgerecht hergerichteten Wagenumlauf des Gründerschachts zeigt an Originalschauplätzen, wie hart und schwer die Arbeit auf der Zeche wirklich war. An 13 Stationen packen die Teilnehmenden mit an.

Mit Grubenjacke, Helm und Halstuch ausgestattet steigen die frischgebackenen Kumpel in den Förderkorb. Der Fördermaschinist schließt das Tor und die Anfahrt beginnt. Es lärmt, das Licht saust am Korb vorbei. Die großen und kleinen Bergleute werden auf ihrem Weg in die Tiefe durchgeschüttelt, bevor der Förderkorb zum Stehen kommt. Wenn sich dann das Tor öffnet, sind die Besucher bereits mittendrin im neuen und dritten Denkmalpfad Zollverein.

Die perfekte Illusion
Was sich anfühlt wie eine Seilfahrt in 1.000 Meter Tiefe, ist eine gut inszenierte Illusion. In Wahrheit hat sich der Förderkorb nicht von der Stelle bewegt, doch das Anfahren ist trotzdem ein Erlebnis. So beginnt der Besuch in der neuen Mitmachzeche auf der Schachtanlage 1/2/8. Genau an der Stelle, an der vor über 172 Jahren die Abteufarbeiten für Schacht 1 der Zeche Zollverein begannen, können auf Kinder, Jugendliche und Familien an insgesamt 13 Stationen die Themen Bergbau und Kohle aktiv erleben. In diesem Denkmalpfad am Gründerschacht steht vor allem das Mitmachen im Vordergrund. Hier gibt es nicht nur Führungen, es wird auch mit angepackt. Auf die Besucher wartet ein spannender Weg durch die Zeche, der an den einzelnen Themenstationen jeweils unterschiedliche Aspekte des Bergbau-Alltags wie Licht und Logistik in den Fokus rückt. Los geht’s in der Kaue, wo sich die Teilnehmer umziehen und vom Besucher zum Bergmann werden. Der Weg führt von der Lampenstube aus unter Tage in einen Stollen, in dem Kohle abgebaut wird. Über Tage sind in der Förderwagenreparatur handwerkliches Geschick und Teamgeist gefragt. Die Werkstatt für Förderwagen befand sich übrigens bereits zu Betriebszeiten in unmittelbarer Nähe zum heute denkmalgerecht hergerichteten Wagenumlauf. Vieles, was in der Mitmachzeche inszeniert wirkt, ist echt. So auch ein authentischer Förderwagen auf nur drei Rädern, der im Wagenumlauf neben den Schienen steht. Es wirkt so, als habe das Reparatur-Team nur kurz Pause gemacht und könnte jederzeit an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Diese Authentizität macht den Wagenumlauf zum idealen Erlebnisort, um in Kleingruppen hautnah zu erfahren, welche Aufgaben einst auf der Zeche zum Alltag gehörten und wie wichtig der Zusammenhalt unter den Kumpeln war.

Teamgeist und Kameradschaft
Als Leiter der Abteilung Standortvermittlung bei der Stiftung Zollverein hat Thorsten Seifert gemeinsam mit seinem Team die neue Mitmachzeche auf Schacht 1/2/8 konzipiert und umgesetzt. „An unserer Mitmachstation ,Wagenschmiede’ sind Förderwagen natürlich nicht 625 Kilogramm schwer. Wir haben die schweren Wagen von einst aus Holz und Metall nachgebaut“, erklärt Seifert, der selbst Bergbau und Geologie an der TU in Clausthal studiert hat. An jeder Station der Mitmachzeche können Besucher nun einen typischen Beruf kennenlernen, etwa den des Geologen, Schlossers, Stellwerkers oder Lampenwarts. Dabei wird bewusst der Gemeinschaftssinn angesprochen: Nur, wenn alle im Team zusammenarbeiten, kann die jeweilige Aufgabe an der Station gemeistert werden. Ein Beispiel: An der Themenstation „Transport“ müssen sich die Teilnehmer mit allen Aspekten der Logistik auseinandersetzen und gemeinsam tüfteln, überlegen, Material bewegen. „Wenn jemand nachlässig arbeitet, geht die Aufgabe nicht auf und die Gruppe muss neu überlegen, was zu tun ist, um ans Ziel zu kommen“, fasst Thorsten Seifert zusammen.

Geführtes Erlebnisprogramm
Mit der Mitmachzeche haben Thorsten Seifert und sein Team auf dem Gelände des Gründerschachts in kurzer Zeit ein Vermittlungsprogramm auf die Beine gestellt, das bei der Stiftung Zollverein schon häufig nachgefragt wurde: ein Format, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anders als bei einer klassischen Führung selbst aktiv werden können. Auf fachkundige Anleitung wird dennoch nicht verzichtet, wie Seifert betont: „Die Mitmachzeche ist kein Ort, an dem wir Besucher einfach allein lassen. Die Gruppen werden durch einen Gästeführer oder eine Gästeführerin begleitet und angeleitet. Die Schwerpunkte sind dabei die Partizipation und Interaktion. Übergeordnetes Ziel ist es, Kinder und Jugendliche mit der Bergbaukultur in ihren verschiedenen Facetten und Bereichen vertraut zu machen und dabei Wissen zu vermitteln. Der Aufbau des Angebots ist so flexibel, dass verschiedene Gruppen an unterschiedlichen Punkten beginnen können und sich daher auch immer mehrere Teams parallel im Denkmalpfad 1/2/8 aufhalten werden.“ Einige der Stationen konnten in der Vergangenheit schon bei Veranstaltungen wie dem Maustag oder im Rahmen der Zollverein-Ferien auf dem Gelände erprobt werden. „Erfahrungen, die wir zum Beispiel mit dem Kohleabbau im mobilen Stollen gemacht haben, sind nun in die Einrichtung der Mitmachzeche eingeflossen“, erzählt der Leiter der Standortvermittlung.

Das Erleben der Mitmachzeche wird zudem von vielen Ansätzen der Denkmalpädagogik getragen. Neben den Vermittlungsstationen, bei denen es auch mal laut und dreckig werden kann, gibt es auch Schaukästen, die Einblicke in die Untertagewelt geben. Andere Schaukästen verdeutlichen mit dem Hide-and-Seek-Prinzip, bei dem man wie durch ein Schlüsselloch in eine andere Welt blickt, wie schwierig die Lichtverhältnisse bei der Arbeit unter Tage waren. Einfallsreich ist auch das Zeiterfassungssystem, die sogenannte Markenkontrolle, das Arbeitszeit beziehungsweise Anwesenheit UT („unter Tage“) und ÜT („über Tage“) ausweist: Jeder Teilnehmer bekommt eine Markennummer. Wer nun mit seiner Schicht beginnt, markiert seine Nummer entsprechend auf einer Tafel als UT. „Wer seine Schicht beendet hat, muss sich natürlich ordnungsgemäß abmelden und wieder austragen. Sonst gibt’s einen Anpfiff,“ erklärt Thorsten Seifert mit einem Augenzwinkern.

Unterstützung von Freiwilligen

Nach der Sanierung des Wagenumlaufs durch die Abteilung Standortentwicklung begann die eigentliche Herrichtung der Mitmachzeche. Nahezu alle Arbeiten im Wagenumlauf hat das Team der Standortvermittlung der Stiftung Zollverein selbst realisiert. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei für eine Woche von der Jugendbauhütte NRW-Rheinland, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten e.V. gefördert wird und bereits eine ganze Reihe von Einsätzen auf dem Zollverein-Areal geleistet hat. Insgesamt 23 junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege ableisten, sowie ein vierköpfiges Team von Fachreferenten packte im April auf Schacht 1/2/8 ordentlich mit an. Da wurden Handläufe entrostet, Übergänge über die Gleise im Wagenumlauf geschaffen, Formen für Fliesen angefertigt, Heizungsrohre verlegt und sogar ein alter Durchgang wieder nutzbar gemacht. „In einem Industriedenkmal wie der Zeche Zollverein kommen unsere Teilnehmer mit unterschiedlichsten Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten in Kontakt. Zudem lernen sie, sich zu organisieren“, erklärt Uwe Steinberger, der Leiter der Jugendbauhütte NRW-Rheinland. Die „Lust auf Denkmal“ sei dabei bei allen Beteiligten groß: „Das Feedback unserer Teilnehmer war sehr positiv. Die Arbeit auf Zollverein hat uns Spaß gemacht.“ Eine besondere Aufgabe für die Freiwilligen war die Ertüchtigung der Jugendkaue, bei der auch eine Reihe von Helferinnen kräftig mit angepackt hat. „Es ist uns wichtig, auch bei den jungen Frauen das Interesse an handwerklichen Arbeiten zu fördern und damit die klassischen Stereotype aufzubrechen“, so Steinberger weiter. Zwei von drei Jugendbauhüttlern entscheiden sich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr für ein Studium oder einen Handwerksberuf in der Denkmalpflege.

Mitmachzeche buchen
Der Besuch im Denkmalpfad 1/2/8 kann via Mail über besucherdienst@zollverein.de gebucht werden. Zu einer Gruppe gehören maximal 20 Personen. Ein Mindestalter für die Teilnahme gibt es nicht. „Ich denke, dass Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren, die mit entsprechenden Begleitpersonen teilnehmen, besonders auf ihre Kosten kommen“, so die Empfehlung von Thorsten Seifert. Rund um die Mitmachzeche wird zudem 2020 ein neuer Kinderspielplatz entstehen, der das Angebot für Familien am Gründerschacht komplettiert.

Text: Hanna Lohmann und Heike Reinhold

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