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Standortentwicklung

Neubauten und Bestandspflege bis 2020

ESSEN. Das Ruhrgebiet ist seit der impulsgebenden Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park (1989–1999) Vorreiter bei der Umwandlung großer Industrieareale. Leuchtturm dieses Prozesses ist die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen, seit 2001 UNESCO-Welterbe. Mit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 und der Eröffnung des Ruhr Museums sowie des Besucherzentrums in der umgebauten Kohlenwäsche war die Erschließung von Schacht XII als touristisches Zentrum im Wesentlichen abgeschlossen. Seit 2011 treibt die Stiftung Zollverein unter dem Arbeitstitel ZOLLVEREIN 2020! federführend die Entwicklung der Kokerei Zollverein voran und unterstützt ihren Partner NRW.URBAN bei der Entwicklung der ehemaligen Schachtanlage 1/2/8. Auf der Basis des Masterplans von Rem Koolhaas wird die Standortentwicklung mit einer Reihe von Neu- und Umbauten und einem privaten Investitionsvolumen von 150 Mio. Euro in den kommenden Jahren fortgeschrieben. „Nach der Ära von Kohle und Stahl wandelt sich die ehemalige Zeche und Kokerei Zollverein zu einem Kultur- und Wirtschaftsstandort der Zukunft“, sagt Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein.

Das Jahr 2016 steht im Zeichen zweier großer Neubauprojekte auf dem Welterbe-Gelände. Im Oktober 2015 wurde der Grundstein für den Neubau der Folkwang Universität der Künste gelegt, seitdem schreiten die Bauarbeiten stetig voran. Zum Wintersemester 2017/2018 werden rund 500 Studierende und 70 Mitarbeiter den universitären Betrieb aufnehmen. Zudem soll bis Ende 2017 ein Hotelneubau bezugsfähig sein. Die Welterbe Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, eine Projektgesellschaft der Essener KÖLBL KRUSE GmbH und der RAG Montan Immobilien GmbH, hat dafür zwei Grundstücke auf dem Standort erworben.

Wesentlicher Baustein für die Entwicklung des Unternehmensstandorts Zollverein ist der Neubau des Verwaltungssitzes von RAG-Stiftung und RAG Aktiengesellschaft auf dem Kokerei-Areal. Dieser Neubau zeichnet sich durch eine Bauweise nach modernsten Nachhaltigkeits-Standards aus und entsteht in direkter Nachbarschaft zu dem seit 2012 dort ansässigen Unternehmenssitz der RAG Montan Immobilien GmbH. Im Mai 2016 erfolgt die Grundsteinlegung, im Herbst 2017 ist der geplante Einzugstermin.

Der Umbau des Kammgebäudes auf der Kokerei ist in vollem Gange. Die sechs Hallen und das zweigeschossige Schalthaus sind vollständig vermietet. Der erste Mieter – das expandierende Produktentwicklungsbüro MMID aus Essen – ist im Frühjahr 2016 in das historische Bestandsgebäude eingezogen; weitere folgen im Laufe des Jahres. Die gegenüber gelegene Salzfabrik soll zum Schaudepot des Ruhr Museums umgebaut werden.

Auch der Umbau der ehemaligen Sauger- und Kompressorenhalle zur GRAND HALL ZOLLVEREIN® macht kontinuierlich Fortschritte. Die multifunktionale Veranstaltungshalle für bis zu 2.500 Gäste erweitert nochmals das vielfältige Angebot an Eventlocations auf dem Standort und wird voraussichtlich Ende 2016 durch die privatwirtschaftliche Betreibergesellschaft Grand Hall Zollverein GmbH fertiggestellt.

Sanierung der denkmalgeschützten Bausubstanz
Die Stiftung Zollverein widmet sich weiterhin intensiv der Aufgabe, die historische Bausubstanz des Welterbes Zollverein denkmalgerecht zu erhalten. An den sechs bis zu 98 Meter hohen Schornsteinen auf der Kokerei haben im August 2015 aufwendige Sanierungsmaßnahmen begonnen, die bis 2018 abgeschlossen sein sollen. Darüber hinaus haben im Frühjahr 2016 im Umfeld der Mischanlage auf der Kokerei weitere Maßnahmen zur Sanierung der denkmalgeschützten Bausubstanz begonnen, darunter die Instandsetzung der Bandbrücke zwischen Wiegeturm und Mischanlage (Standseilbahn) sowie die Instandsetzung der Kokslöschtürme West und Ost unmittelbar neben dem Werksschwimmbad. Auch der Kopfbau der Koksofenbatterie und die Bandbrücke südlich der Koksofenbatterie werden in diesem Zuge saniert.

In diesem Zusammenhang wird außerdem der Denkmalpfad ZOLLVEREIN® auf der Kokerei erweitert: Ein Teil der Löschgleishalle beispielsweise soll künftig als Multimedia-Raum den Besuchern einmalige Einblicke in den harten Arbeitsalltag auf der Kokerei ermöglichen.

Parallel sind im Jahr 2016 weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten im Bereich der ehemaligen Schachtanlage 1/2/8 geplant. Zur Jahreswende 2015/16 hat die Stiftung Zollverein bereits mit Sicherungsarbeiten am Fördergerüst Schacht 1 im Quartier Schacht 1/2/8 begonnen. Die Arbeiten zur Sanierung des Wagenumlaufes werden voraussichtlich bis 2017 andauern.

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© Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Kontakt

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an uns wenden:

Stiftung Zollverein
Leiterin Abteilung Standortentwicklung und -betrieb
Gabriele Heidner
UNESCO-Welterbe Zollverein
Bullmannaue 11, 45327 Essen

Fon +49 201 246 81-306
Fax +49 201 246 81-311

gabriele.heidner@zollverein.de

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© Jochen Tack / Stiftung Zollverein

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