Veranstaltungen

S(ch)ichtwechsel auf Zollverein

5. und 6. Dezember 2009 /// S(ch)ichtwechsel auf Zollverein

Am ersten Dezemberwochenende wird der S(ch)ichtwechsel auf Zollverein gefeiert - mit drei neuen Besucherattraktionen. Die Stiftung Zollverein eröffnet gemeinsam mit ihren Partnern, dem Regionalverband Ruhr, den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen- Lippe, der Stadt Essen und dem Land Nordrhein-Westfalen das erste Besucherzentrum Ruhr, das Portal der Industriekultur und den jetzt multimedial inszenierten Denkmalpfad. Besucher wie Bewohner der Metropole Ruhr lernen die europäische Kulturhauptstadt 2010 in neuer Perspektive kennen.

Die Planer und Ausstellungsgestalter haben mit den Projektteams der Stiftung Zollverein ein einheitliches, gestalterisch aufeinander abgestimmtes Konzept der Besucherkommunikation entwickelt. Für die Ausstellungsgestaltung aller drei Bereiche zeichnet das Büro HG Merz verantwortlich, die Konzeption und Umsetzung der Medienräume und -stationen erstellten die Agentur jangled nerves.

Die Fahrt auf Deutschlands längster freistehender Rolltreppe führt in das Besucherzentrum Ruhr, das Information und Orientierung über das touristische wie kulturelle Angebot der Metropole bietet. Elektronische Kalender und Informationstafeln führen zu den aktuellen Veranstaltungen und Events, das Team des Besucherzentrums berät die Gäste aus dem In- und Ausland. Es ist das erste von insgesamt fünf RUHR Visitor Centers, die in den Portalstädten Duisburg, Dortmund, Oberhausen und Bochum zwischen Januar und März 2010 eröffnen.

Das Portal der Industriekultur, das im südlichen Bereich der ehemaligen Kohlenwäsche anschließt, präsentiert das industriekulturelle Panorama der Metropole Ruhr und Nordrhein-Westfalens durch multimediale Inszenierungen und innovative Informationsstationen. Eine Flözlandschaft zeigt die Ankerpunkte der Route der Industriekultur in ihrer ehemaligen und heutigen Nutzung: Aus den Flözen „wachsen“ Bildschirme, die mit Bild, Text und Ton die Monumente des Industriezeitalters in Geschichte, Gegenwart und Zukunft präsentieren. Ungewöhnliche Räume sind die beiden ehemaligen Rundeindicker: ein Vortragsraum, der außerdem im kommenden Jahr Präsentationen und Ausstellungen der RUHR.2010 beherbergt und der Panaromafilm RUHR360 Grad, der den Zuschauer eine bewegende Einführung in die Metropole Ruhr bietet. Wie in einem Kino, umringt von Leinwand, tauchen die Zuschauer ein: Umgeben von Birkenwäldern, auf dem Rhein, im Forschungslabor, im Konzerthaus oder in der Fankurve erleben sie die zahlreichen Facetten der Region und sind immer mittendrin.

Ein neuer Steg verbindet das Portal der Industriekultur mit dem authentisch erhaltenen Teil der Anlage Zollverein Schacht XII. Der begleitete Weg führt die Besucher entlang riesiger Maschinen und Transportbänder. Die Kohlenwäsche ist zugleich Bestandteil des Denkmalpfades „Der Weg der Kohle“, einem geführten Rundgang durch die ehemaligen Produktionsgebäude der einst größten, modernsten und leistungsfähigsten Steinkohlenzeche weltweit. Der 23 Jahre nach Stilllegung von „Zollverein Schacht XII“ wieder - virtuell - in Bewegung ist.

Mittels Projektionen auf die seit mehr als zwei Jahrzehnten stillstehenden Maschinen werden die bisher unsichtbaren Abläufe wieder sichtbar. Begleitet von Geräuschen erscheinen Siebtrommeln, Becherwerke und Setzmaschinen in Bewegung, die zugleich ihre Funktion erklärt. Die Besucher sehen, was sich hinter der Verkleidung einer Maschine abspielte, erleben die Dynamik der Prozesse und verstehen ihre Zusammenhänge: Der Weg der Kohle von der Förderung bis zur Verladung wird als Kreislauf erfahrbar. Die verschiedenen Projektionsebenen ermöglichen es zudem, auf das ganz unterschiedliche Informationsbedürfnis des Besuchers - ob Fachmann, Laie, ehemaliger Bergmann oder Grundschüler einzugehen.

Das Besucherzentrum Ruhr ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
(Am 24. und am 31. Dezember 2009 geschlossen)
Portal der Industriekultur täglich 10.00 bis 19.00 Uhr
Eintritt zum Portal der Industriekultur: 2 Euro

Am 5. und 6. Dezember 2009 sind der Eintritt im Portal der Industriekultur und die Führungen durch den neuen Denkmalpfad kostenfrei.

Angebote und Veranstaltungen am 5. und 6. Dezember 2010

Besucherzentrum Ruhr
Rallye durch die Kohlenwäsche für Erwachsene und Kinder
Sonntag, 13.00 bis 16.00 Uhr Nikolaus

Portal der Industriekultur
Rundeindicker 1: Ausblicke auf das Jahr 2010
Rundeindicker 2: RUHR 360 Grad Einblicke in eine faszinierende Region

Denkmalpfad Zollverein /Führungen
11.00 Uhr bis 18.00 Uhr, halbstündlich – Der Weg der Kohle, den Denkmalpfad neu erleben
11.00 Uhr Familienschicht – Abenteuer Zeche für die ganze Familie
12.00 Uhr und 14.00 Uhr Zollverein Kompakt, Zeche und Kokerei
11.00 Uhr bis 16.00 Uhr, stündlich – einstündige Führung über die Kokerei
15.00 Uhr Barbaraführung – für Kinder von 6 bis 10 Jahren, Führung mit Barbarageschichte und anschließender Malaktion

Erich-Brost-Pavillon
11.00 Uhr bis 18.00 Uhr kostenlose Fotoaktion in Bergmannskluft

Termin: Samstag, 5. und Sonntag, 6. Dezember 2009,
Uhrzeit: 10.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Kohlenwäsche, Schacht XII [A14]
Eintritt: An beiden Tagen ist der Eintritt zum Portal der Industriekultur frei und die Führungen sind kostenlos
Info: Fon +49 201 2 4 6 8 10



 
Internationales Theaterfestival
Er ist Teil des weltweiten Mythos und steht am Anfang einer gemeinsamen europäischen Kultur: Der Erschaffer des Menschen und der Feuerbringer. Die aus der griechischen Mythologie überlieferte Figur Prometheus schuf die Menschen aus Lehm, brachte ihnen Verstand und Wissen und – gegen den Willen des Zeus – auch das Feuer. Für diesen Akt der Auflehnung wurde er schließlich hart bestraft.

Von der Antike bis in die heutige Zeit inspirierte Prometheus Generationen von Dichtern, Musikern und bildenden Künstlern, lebt in den Nationalkulturen Europas weiter und schafft Gemeinsamkeiten wie auch Kontraste.

Bekannte zeitgenössische Künstler aus Griechenland, der Türkei und Deutschland inszenieren vom 23. Juli bis 7. August 2010 ihre Interpretation des Prometheus auf dem Welterbe Zollverein, Essen: In drei Produktionen befragen sie den antiken Mythos um den Befreier und Kulturstifter Prometheus auf seine Aktualität.

Zuerst beim Athens Festival (7.-15.7.), dann in Istanbul (18.-28.7.) und abschließend in Essen (23. 7. - 7. 8.)  auf der Welterbestätte Zollverein.

Die Produktionen der PROMETHIADE sind Theodoros Terzopoulos’ Inszenierung „Der gefesselte Prometheus“ mit dem spektakulären Bühnenbild von Jannis Kounellis, das provokante Stück „Vergessen in 10 Schritten (Anti-Prometheus)“ der türkischen Künstlerin Şahika Tekand und das Projekt „Prometheus in Athen“ von Rimini Protokoll aus Berlin.

Kartenvorverkauf:
TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen | I. Hagen 26 (Haus am Theater), 45127 Essen | Fon +49 201 812 22 00 | Fax +49 201 812 22 01 |
tickets@theater-essen.de | Öffnungszeiten: Mo 10.00 –16.00 Uhr, Di – Fr 10.00 –19.00 Uhr, Sa 10.00 –15.00 Uhr – | Ticket-Hotline +49 209 147 79 99 | tickets@mbee.de | www.mbee.de,

www.imvorverkauf.de

oder

www.eventim.de/promethiade


Die Produktion der Promethiade

„Vergessen in 10 Schritten (Anti-Prometheus)“ von Şahika Tekand 
Die türkische Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Şahika Tekand entwirft  ihre Vision des „Anti-Prometheus“ in der Produktion „Vergessen in 10 Schritten“. Mit ironischen Texten erzählen Tekand und ihr türkisch-deutsches Ensemble von der Tragödie des modernen Menschen, dessen revolutionären Kräfte im Keim erstickt werden und dessen einzige Hoffnung das System selbst ist, in dem er lebt. Ein solches gleichsam Huxley’sches Menschenbild bezeichnet die Künstlerin als „Anti-Prometheus“, da dieser Mensch sich freiwillig im System fängt und nicht, wie Prometheus, der den Menschen das Feuer gegen den Willen der Götter brachte, durch Opposition zu einem Gefangenen des Systems wird.

Das zweisprachig und ortsspezifisch inszenierte Werk macht das Leben zum Spiel mit sinnentleerten Regeln, die von den Akteuren – von Abstiegsängsten getriebene Mittelständler – befolgt werden müssen, damit sie ihren Status als „Spieler“ behalten. Tekand arbeitet für „Vergessen in 10 Schritten“ mit dem 1990 von ihr gegründeten Ensemble „Studio Oyuncuları“ (The Studio Players), das sich bereits mit anderen antiken Stoffen beschäftigt hat: „Wo ist Ödipus?“ (2002), „Ödipus im Exil“ (2004) und „Eurydikes Schrei“ (2006).

23. bis 25. Juli um 19:30, Essen (Zollverein, Halle 5) - auf Deutsch und Türkisch
Eintritt: 22 Euro/erm. 11 Euro
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„Prometheus in Athen“ von Rimini Protokoll mit 100 Athener Bürgern

Es gibt kaum eine Nachrichtensendung, in der das Wort ‚tragisch’ nicht fiele und gerade im Frühjahr 2010 häuften sich die Wortspiele, in denen die Tragödie, Griechenland und seine Hauptstadt Athen in engem Zusammenhang dargestellt sind. Was wissen, was denken die Athener heute über Mythen wie die des „gefesselten Prometheus"? Dieser Frage geht das Künstler-Kollektiv Rimini Protokoll gemeinsam mit 100 Athener Bürgern nach. „Prometheus in Athen“ wird in der griechischen Hauptstadt inszeniert, im Zentrum der Stadt und am Fuße der Akropolis open air im Odeon des Herodes Attikus, nur einen Steinwurf von der antiken Ruine des Dionysos-Theaters entfernt, für das die „Prometheus“-Trilogie ursprünglich entstand. In Essen wird ein Film gezeigt, der diese Versuchsanordnung, eine Stadt mit einer Tragödie aus ihrem Zentrum kurzzuschließen, dokumentiert. Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll sowie ausgewählte Mitwirkende der Athener Uraufführung werden das Projekt präsentieren.

31. Juli um 19:30 (Film), Essen (Zollverein, Halle 5) - auf Griechisch und Deutsch
Eintritt: 20 Euro/erm. 10 Euro
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„Der gefesselte Prometheus“ von Aischylos (R: Theodoros Terzopoulos, B: Jannis Kounellis)
Theodoros Terzopoulos, ehemals Schauspieler und Weggefährte Heiner Müllers und heute einer der wichtigsten europäischen Regisseure der Gegenwart, inszeniert die Aischylos-Tragödie „Der gefesselte Prometheus“ mit griechischen, deutschen und türkischen Schauspielern. Mittels seiner einzigartigen Arbeitsweise, in der Sprache, Wissen und Kraft aus der körperlichen Aktion hervorgehen, dringt Terzopoulos in die spirituelle Tiefe des antiken Stücks ein. Die Hauptrolle übernimmt an den drei Spielorten jeweils ein muttersprachlicher Schauspieler; in Essen ist dies Götz Argus.

Das Bühnenbild entwickelt der international bekannte Künstler Jannis Kounellis in Athen, Istanbul und Essen je als spektakuläre ortsspezifische Installation.

„Der gefesselte Prometheus“ (Terzopoulos / Kounellis)
5. bis 7. August um 21.30 Uhr, Essen (Welterbe Zollverein, Gleisboulevard) - auf Deutsch, Türkisch und Griechisch
Eintritt: 26 Euro/erm. 13 Euro
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Welterbe Zollverein, Außengelände