ZOLLVEREIN / Presseinformationen

29.05.2007 // Fest im Zollverein-Park für Groß und Klein

Eröffnung mit NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg und dem Essener Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger

Am Sonntag, 10. Juni 2007, steht das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen ganz im Zeichen von Freizeit, Spiel und Spaß im neu gestalteten Zollverein-Park. Vor rund zwei Jahren war mit der behutsamen Umgestaltung der Industriewildnis begonnen worden. Jetzt wurde der erste Entwicklungsabschnitt abgeschlossen. Aus diesem Anlass lädt die Entwicklungsgesellschaft Zollverein zu einem ganztägigen Fest ein. Von 11 bis 18 Uhr bietet das Programm viel Abwechslung, Mitmach-Aktionen für Groß und Klein, Musik und Entdeckertouren durch den Industriewald. Offiziell eröffnet wird der Zollverein-Park um 13 Uhr durch den NRW-Umwelt-minister Eckhard Uhlenberg und den Essener Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger.

Grundlage der Landschaftsgestaltung auf Zollverein ist der von Agence Ter.de, unter Leitung von Prof. Henri Bava, erstellte Masterplan „Industrielandschaft Zollverein“ aus dem Jahr 2003. Darin wurden die Grundsätze im Umgang mit der vorhandenen Industrienatur festgelegt und ergänzende Elemente entwickelt. Zur Umsetzung des Masterplans wurde im Dezember 2004 ein europaweiter Wettbewerb für die Gestaltung des Zollverein Parks ausgeschrieben. Das Konzept des interdisziplinären Teams aus „Planergruppe Oberhausen“, „F1rstdesign“, „Licht Kunst Licht“ und „Observatorium“ hat die Jury überzeugt.

Der respektvolle Umgang mit der vorhandenen Landschaft und der zurückhaltende Einsatz von architektonischen Elementen sind wesentliche Elemente. Kein Kahlschlag und Neupflanzung, sondern kontinuierliche Pflege des vorhandenen Industriewaldes, der Wiesenflächen an der Kokerei, der Rasenflächen im Umfeld der baulichen Anlagen und der so genannten Sukzessionsgärten markieren die Umge-staltung. Auf dem Gelände ist so ein stetig wachsender Park mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten entstanden. Behutsam gegliedert von einem Wegesystem, das die sechs Eingänge miteinander verbindet, öffnet sich der Park nach allen Seiten. Zentrale Achsen im Innenbereich sind die ehemaligen Gleisanlagen von Schacht XII zur Kokerei. Sie wurden zu Fuß- und Radwegen ausgebaut. Zur besseren Orientierung der Zollvereinbesucher wurden ein Informationssystem mit Schildern und Hinweistafeln sowie mehrere Modelle im Außenbereich, die das gesamte Areal abbilden, installiert. Die Hallen wurden mit Hausnummern versehen, die Parkplätze haben eine einheitliche Bezeichnung erhalten. Unterstützend wirkt die neue Beleuchtung. Sie sorgt für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl im Gelände und setzt Akzente bei der Fassadenbeleuchtung. Ein weiteres wichtiges Element sind die Pavillons im Zollverein-Park. An stark frequentierten Stellen bieten sie vielfältige und kreative Nutzungsmöglichkeiten. So ist im ersten Pavillon auf dem Forum Kohlenwäsche derzeit die Ausstellung „Was wir an Zollverein lieben“ der Arbeitsgemeinschaft Zollverein-Park zu sehen. Weitere Ausstellungen im Laufe des Jahres sind geplant, aber auch andere Nutzungskonzepte wie zum Beispiel als Informationspavillon sind in Planung. Seiner offiziellen Nutzung wird der Pavillon am 10. Juni 2007 durch NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg übergeben. Damit gilt der erste Bauabschnitt im Zollverein-Park als abgeschlossen. In einer zweiten Phase folgt die Vervollständigung der Beschilderung, die Errichtung der beiden weiteren Pavillons sowie die Fertigstellung der Ringpromenade. Als 3,5 km langer Rundweg für Fußgänger und Radfahrer wird die Ringpromenade das Gelände umschließen und bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen den Eingängen und den Wegen im Innenbereich. Die Rodungsarbeiten haben begonnen, die Fertigstellung ist für 2009 geplant.

„Die Wildnis vor der Haustür: Schüler gestalten mit“
Ebenfalls weit fortgeschritten sind die Spiel- und Aktionsstationen der Schüler im Projekt „Die Wildnis vor der Haustür“. Insgesamt rund 150 Kinder und Jugendliche sind an der Entwicklung beteiligt. Sie stammen aus Schulen und Kindergärten aus dem direkten Umfeld von Zollverein: Kinderhaus Blauer Elefant, Katernberg; Kant-Grundschule, Katernberg; Parkschule, Städtische Förderschule, Altenessen; Richard-Schirrmann-Realschule; Realschule am Stoppenberg, Schulzentrum am Stoppenberg/Tages-heimschulen des Bistums Essen. Die Stiftung Heimat, Kultur und Naturschutz Nordrhein-Westfalen fördert dieses Projekt mit 183.000 Euro.

Neugierig, impulsiv, zweifelnd, instinktiv, vorsichtig, überzeugt, zaudernd: jedes auf seine Art. So gehen Kinder mit Natur um. Manche kennen Pflanzen beim Namen, manche halten zum ersten Mal einen Käfer aufgeregt in ihren Händen. Die Wildnis auf Zollverein hält viele Entdeckungen bereit. Weitestgehend seit der Stilllegung vor 20 Jahren sich selbst überlassen haben Bäume, Büsche und Hecken einen Dschungel gebildet. Dazwischen lädt eine verlassene Lok zum Klettern im Gelände ein und tonnenweise Sand lockt Burgenbauer zum Buddeln ein. Der Zollverein-Park ist ein Abenteuerspielplatz. Faszinierend ungeplant und offen für Gestaltungsideen.

Mittendrin das Stellwerk auf Schacht XII. Bisher ohne neue Funktion dient es jetzt als Anlaufstelle für das Projekt „Die Wildnis vor der Haustür: Schüler gestalten mit“. Seit Frühsommer 2006 sind Landschaftsplaner und Künstler mit Schulklassen und Kindergartengruppen aus den umliegenden Stadtteilen im Gelände unterwegs. Der Weg ist das Ziel, denn die Ergebnisse des Projektes hängen von den Ideen der Kinder ab. Sie bestimmen die Richtung, sie machen den Plan. Allenfalls in kleinen Dosen von den Fachleuten motiviert, entstehen auf spielerische Art wachsende Projekte. Die ersten Skizzen und Zeichnungen waren am 31.8.2006 im Stellwerk zu sehen. Es dient seitdem als „Klassenzimmer im Grünen“. Dort wird diskutiert, gezeichnet und auf der Gartenbaustelle gewerkelt. Wege werden angelegt, Sitzbänke und Tische gezimmert, Saatgut in die Erde eingebracht, Begrenzungen gemauert oder Pflanzen gesetzt. Verbaut werden Reste anderer Baustellen: Ziegel- und Betonsteine, Sand, Erde, Holzlatten, Metallstangen. Weiteres Material und Werkzeuge bringen die Kinder teils selber mit. Es entsteht ein Garten der Wiederkehr.

Am Stellwerk hatte im Mai 2007 auch der Holzkünstler Georg Janthur seine Werkstatt im Freien eingerichtet. Nach Entwürfen von Schülern der Kant-Schule erstellte er „Totems“. Sie werden die Orte eines Labyrinthes markieren, so dass auf dem weitläufigen und dschungelartigen Gelände Wege und Orte entstehen. Die Stelen erzählen eine Geschichte, die sich die Schüler im Unterricht ausgedacht haben. Sie handelt von dem Abenteuer eines kleinen, alten Männleins, das eines Tages seinen Kohlestreb erstmalig verlässt, weil es gehört hatte, dass man über Tage zu großem Reichtum kommen könne. So begibt es sich auf Schatzsuche und lernt die Erde kennen. Es erlebt die wohltuende Wärme von Sonnenlicht, trifft viele verschiedene Tiere und isst zum ersten Mal in seinem Leben köstliche Äpfel und Beeren. Das Männlein schließt Freundschaft mit Kindern, die im Wald Holz und Früchte sammeln und zeigt ihnen zu guter Letzt sein Zuhause im Streb, das es fortan immer wieder verlässt, um die vielen irdischen Schätze zu genießen und seine neuen Freunde zu treffen.


Fest im Zollverein-Park – Schacht XII, Halde & Kokerei
Neben den ständigen Einrichtungen und Angeboten im Zollverein-Park erwartet am 10. Juni 2007 die Festbesucher im Zollverein-Park ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein. Um 11 Uhr startet das Fest auf der großen Bühne auf dem Parkplatz A2. Dort befindet sich auch das Zirkuszelt der Gruppe „Mixtura Unica“, die Artisten ab 4 Jahre zum Mitmachen einlädt. Stände mit Kaffee und Kuchen, Barbecue und Getränken erwartet die Gäste ebenso, wie ein abwechslungsreiches Show- und Musikprogramm mit Roz Lewis auf der Bühne. Moderiert von „Friedhelm“ ist gute Unterhaltung, Spaß und Spannung garantiert. Fotografen der WAZ begleiten den Tag, so dass Besucher ihre Bilder mit nach Hause nehmen können. Zudem lockt eine Park-Rallye mit attraktiven Preisen.

Um 13 Uhr eröffnet NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg gemeinsam mit dem Essener Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger den Zollverein-Park. Nach kurzen Grußworten begeben sie sich auf eine gemeinsame Entdeckertour durch das Gelände und übergeben den ersten Pavillon auf dem Forum Kohlenwäsche seiner neuen Nutzung.


Gartenmitmachbaustelle, Picknick und Entdeckertouren
Rund um das Stellwerk lädt die Gartenbaustelle zum Mitmachen ein. Zudem wird dort eine von den Gästen gestaltete 8 m lange Kaffeetafel aufgebaut. Wen es auf die Halde oder über die neuen Wege zur Kokerei zieht, kann sich am Stellwerk einen lecker gefüllten Picknick-Korb und eine kuschelige Decke ausleihen und sich ein lauschiges Plätzchen unter dem uralten Gingko, einem Urzeitbaum, den es schon vor über 150 Mio. Jahren gab, an der Gleisharfe suchen oder inmitten der Birken und Salweiden zwischen zart-violett blühendem Sommerflieder, gold-gelb blühender Goldrute und Johanniskraut, unter sommergrüner Robinie oder Roteichen, zwischen Brombeeren, Holunder und Wasserdorst mit weiß bis dunkel-violett gefärbten Blütenköpfen sein Lager in dem 40 Hektar großen Wald zwischen Zeche und Kokerei suchen und dabei Libellen, Wasserfrösche und Kreuzkröten beobachten. Der Zollverein-Park ist ein unverwechselbarer Ort, mit vielen Überraschungen, den es zu entdecken gilt.

Das ausführliche Programm unter: www.zollverein.de

10. Juni 2007, 11 bis 18 Uhr
Fest im Zollverein-Park
Welterbe Zollverein
Bühne am Stellwerk, Schacht XII (Areal A, Parkplatz A2)
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen



TEAM ZOLLVEREIN-PARK

PLANERGRUPPE OBERHAUSEN GMBH
Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die Planergruppe Oberhausen GmbH insbesondere mit den spezifischen Problemen des industriell geprägten Raumes der Rhein/Ruhr/Emscherregion auseinander. Der Standort des Büros inmitten der Region zwischen Emscher und Ruhr sensibilisiert den Blick auf den Planungsraum und hilft verschüttete Qualitäten sowie mögliche Defizite des Ortes zu erkennen. Vor diesem Hintergrund erarbeitet und entwickelt die Planergruppe Ideen, Konzepte und Lösungen für vielschichtige Projekte in der Region, wie auch weit darüber hinaus, die sich beispielsweise mit Umnutzungen ehemaliger Industriestandorte, mit landschaftsarchitektonischen und ökologischen Umstrukturierung industriell geprägter Gewässersysteme, sowie mit der nutzerorientierten Gestaltung städtebaulicher Strukturen im Wohn- und Arbeitsumfeld beziehen.

LICHT KUNST LICHT
Licht Kunst Licht entwirft Lichtszenographien für internationale Museen, Kulturbauten, Repräsentations- und Verwaltungsgebäude, für den Außenraum und die Stadtbeleuchtung. Licht Kunst Licht, 1993 gegründet, ist mit zwei Standorten in Deutschland, in Berlin und Bonn, vertreten. Insgesamt 20 Mitarbeiter aus den Bereichen Architektur, Szenographie, Elektrotechnik und Design entwickeln und betreuen die Projekte in interdisziplinären Teams. In allen Projekten ist für Licht Kunst Licht die komplexe Lichtwirkung entscheidend, nicht die formale Inszenierung einer Einzelleuchte. Qualitative Lichtplanung ist nicht vordergründig sichtbar, sie unterstützt das architektonische Gestaltungskonzept ebenso wie die Nutzung und setzt die Gebäude und Innenräume in Szene.

F1RSTDESIGN
Das Büro wurde 1999 von Christopher Ledwig in Köln gegründet. Konzeptionell klar und unkonventionell zugleich – in diesem Stil bearbeitet F1rstdesign seine Aufträge für lokale wie internationale Firmen unterschiedlichster Branchen. Inzwischen ist F1rstdesign ein Team aus Kommunikations-, und Indus-triedesignern und Architekten mit internationalem Hintergrund. Zu den Arbeitsfeldern gehören im 2D-Bereich alle Aufgaben des klassischen Kommunikationsdesign – von Corporate Design über Buchgestaltung bis hin zu Orientierungssystemen – und im 3D Bereich sind es Messeauftritte, Shop- und Verpackungsdesign. Das interdisziplinäre Team zeichnet sich bei den stets medienübergreifenden Lösungen durch analytisches Design aus.

OBSERVATORIUM
Observatorium wurde 1998 von den Künstlern Geert van de Camp, Andre Dekker und Ruud Reutelingsperger in Rotterdam gegründet. Die Non-profit-Organisation begann mit Rauminstallationen aus Skulptur, Texten und Bildern in verschiedenen deutschen und holländischen Galerien. Inzwischen kreiert die Organisation begeh- und benutzbare Skulpturen, Ausstellungen, Design, Innovationen für den öffentlichen Raum, vielmehr für das öffentliche Interesse. Viele dieser Skulpturen sind als Gärten, Observatorien oder Pavillons zu beschreiben, die dazu einladen, den öffentlichen Raum, die Landschaft, den Ort, die Welt zu betrachten. Observatorium baut an Autobahnen, auf Halden, in Vororten und in Parks und versucht einen Moment des Innehaltens und der Kontemplation zu bewirken um somit dem Bürger eine Verbindung zum öffentlichen Raum zu verschaffen.


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