Er ist Teil des weltweiten Mythos und steht am Anfang einer gemeinsamen europäischen Kultur: Der Erschaffer des Menschen und der Feuerbringer. Die aus der griechischen Mythologie überlieferte Figur Prometheus schuf die Menschen aus Lehm, brachte ihnen Verstand und Wissen und – gegen den Willen des Zeus – auch das Feuer. Für diesen Akt der Auflehnung wurde er schließlich hart bestraft.
Von der Antike bis in die heutige Zeit inspirierte Prometheus Generationen von Dichtern, Musikern und bildenden Künstlern, lebt in den Nationalkulturen Europas weiter und schafft Gemeinsamkeiten wie auch Kontraste.
Bekannte zeitgenössische Künstler aus Griechenland, der Türkei und Deutschland inszenieren vom 23. Juli bis 7. August 2010 ihre Interpretation des Prometheus auf dem Welterbe Zollverein, Essen: In drei Produktionen befragen sie den antiken Mythos um den Befreier und Kulturstifter Prometheus auf seine Aktualität.
Zuerst beim Athens Festival (7.-15.7.), dann in Istanbul (18.-28.7.) und abschließend in Essen (23. 7. - 7. 8.) auf der Welterbestätte Zollverein.
Die Produktionen der PROMETHIADE sind Theodoros Terzopoulos’ Inszenierung „Der gefesselte Prometheus“ mit dem spektakulären Bühnenbild von Jannis Kounellis, das provokante Stück „Vergessen in 10 Schritten (Anti-Prometheus)“ der türkischen Künstlerin Şahika Tekand und das Projekt „Prometheus in Athen“ von Rimini Protokoll aus Berlin.
Kartenvorverkauf:
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www.eventim.de/promethiadeDie Produktion der Promethiade
„Vergessen in 10 Schritten (Anti-Prometheus)“ von Şahika Tekand Die türkische Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Şahika Tekand entwirft ihre Vision des „Anti-Prometheus“ in der Produktion „Vergessen in 10 Schritten“. Mit ironischen Texten erzählen Tekand und ihr türkisch-deutsches Ensemble von der Tragödie des modernen Menschen, dessen revolutionären Kräfte im Keim erstickt werden und dessen einzige Hoffnung das System selbst ist, in dem er lebt. Ein solches gleichsam Huxley’sches Menschenbild bezeichnet die Künstlerin als „Anti-Prometheus“, da dieser Mensch sich freiwillig im System fängt und nicht, wie Prometheus, der den Menschen das Feuer gegen den Willen der Götter brachte, durch Opposition zu einem Gefangenen des Systems wird.
Das zweisprachig und ortsspezifisch inszenierte Werk macht das Leben zum Spiel mit sinnentleerten Regeln, die von den Akteuren – von Abstiegsängsten getriebene Mittelständler – befolgt werden müssen, damit sie ihren Status als „Spieler“ behalten. Tekand arbeitet für „Vergessen in 10 Schritten“ mit dem 1990 von ihr gegründeten Ensemble „Studio Oyuncuları“ (The Studio Players), das sich bereits mit anderen antiken Stoffen beschäftigt hat: „Wo ist Ödipus?“ (2002), „Ödipus im Exil“ (2004) und „Eurydikes Schrei“ (2006).
23. bis 25. Juli um 19:30, Essen (Zollverein, Halle 5) - auf Deutsch und Türkisch
Eintritt: 22 Euro/erm. 11 Euro
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„Prometheus in Athen“ von Rimini Protokoll mit 100 Athener BürgernEs gibt kaum eine Nachrichtensendung, in der das Wort ‚tragisch’ nicht fiele und gerade im Frühjahr 2010 häuften sich die Wortspiele, in denen die Tragödie, Griechenland und seine Hauptstadt Athen in engem Zusammenhang dargestellt sind. Was wissen, was denken die Athener heute über Mythen wie die des „gefesselten Prometheus"? Dieser Frage geht das Künstler-Kollektiv Rimini Protokoll gemeinsam mit 100 Athener Bürgern nach. „Prometheus in Athen“ wird in der griechischen Hauptstadt inszeniert, im Zentrum der Stadt und am Fuße der Akropolis open air im Odeon des Herodes Attikus, nur einen Steinwurf von der antiken Ruine des Dionysos-Theaters entfernt, für das die „Prometheus“-Trilogie ursprünglich entstand. In Essen wird ein Film gezeigt, der diese Versuchsanordnung, eine Stadt mit einer Tragödie aus ihrem Zentrum kurzzuschließen, dokumentiert. Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll sowie ausgewählte Mitwirkende der Athener Uraufführung werden das Projekt präsentieren.
31. Juli um 19:30 (Film), Essen (Zollverein, Halle 5) - auf Griechisch und Deutsch
Eintritt: 20 Euro/erm. 10 Euro
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„Der gefesselte Prometheus“ von Aischylos (R: Theodoros Terzopoulos, B: Jannis Kounellis)
Theodoros Terzopoulos, ehemals Schauspieler und Weggefährte Heiner Müllers und heute einer der wichtigsten europäischen Regisseure der Gegenwart, inszeniert die Aischylos-Tragödie „Der gefesselte Prometheus“ mit griechischen, deutschen und türkischen Schauspielern. Mittels seiner einzigartigen Arbeitsweise, in der Sprache, Wissen und Kraft aus der körperlichen Aktion hervorgehen, dringt Terzopoulos in die spirituelle Tiefe des antiken Stücks ein. Die Hauptrolle übernimmt an den drei Spielorten jeweils ein muttersprachlicher Schauspieler; in Essen ist dies Götz Argus.
Das Bühnenbild entwickelt der international bekannte Künstler Jannis Kounellis in Athen, Istanbul und Essen je als spektakuläre ortsspezifische Installation.
„Der gefesselte Prometheus“ (Terzopoulos / Kounellis)
5. bis 7. August um 21.30 Uhr, Essen (Welterbe Zollverein, Gleisboulevard) - auf Deutsch, Türkisch und Griechisch
Eintritt: 26 Euro/erm. 13 Euro
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Welterbe Zollverein, Außengelände
Eintritt: 22 Euro/erm. 12 Euro
Programm:
23. Juli bis 25. Juli, 19.30 Uhr: Aufführung Sahika Tekand
31. Juli, 19.30 Uhr: Aufführung Rimini Protokoll
5. August bis 7. August, ca. 21.30 Uhr: Aufführung Theodoros Terzopoulos