Aufgaben der Standortentwicklung
Wiedernutzbarmachung des Zechen- und Kokereiareals
Die Stiftung Zollverein hat die zentrale Aufgabe, die Bestände des Welterbes in die Zukunft zu führen. Zollverein soll touristisches Highlight des neuen Ruhrgebiets, Symbol für den Strukturwandel, Standort mit internationaler Ausstrahlungskraft, aber auch ein Wirtschaftsstandort mit Fokus Design und Kreativwirtschaft werden.
Das UNESCO-Welterbe ist auf dem besten Wege sich zu einem neuen ökonomischen Zentrum zu entwickeln, das anstatt auf Kohle und Stahl auf die kreativen und dienstleistungsorientierten Industrien der Zukunft setzt, im strukturschwachen Essener Norden neue Arbeitsplätze schafft und Schritt für Schritt zur Diversifizierung der regionalen Wirtschaftsstruktur beiträgt. Der Zweck der Stiftung Zollverein gemäß Stiftungssatzung ist folglich „die Förderung der Kultur und Denkmalpflege insbesondere im Hinblick auf Wiedernutzbarmachung, Pflege und Erhaltung des Welterbes Industrielle Kulturlandschaft Zollverein einschließlich der angrenzenden brachliegenden Industrieflächen sowie deren Öffnung für die Allgemeinheit […]“.
Die denkmalgerechte Erhaltung und Wiedernutzbarmachung der Bauten und Industrieanlagen im Hinblick auf die Entwicklung eines Zukunftsstandortes als attraktivem Ort für die erlebbare Verbindung von Industriedenkmal, Design, Kunst und Kultur steht auch nach bereits 20 Jahren erfolgreicher Entwicklung weiterhin im Vordergrund. Das Welterbe Zollverein kann als eigene „Stadt“ mit unterschiedlichen Quartieren und jeweils sehr unterschiedlicher Charakteristik und Entwicklungsperspektive verstanden werden. Es gilt, die einzelnen Quartiere zu profilieren und hier auch differenzierte Nutzungs- und Entwicklungsschwerpunkte zu setzen, um den Eigenarten und „Talenten“ der Teilstandorte gerecht zu werden und auch um Standortkonkurrenzen innerhalb des Gesamtgebildes zu vermeiden. Auf dieser Grundlage sollen die Ertüchtigung und Entwicklung der Bestände, eine aktive Nutzeransprache und auch eine zielgerichtete Ausschreibung von Objekten für Nutzer und Investoren gesteuert werden.
Die baulichen Aufgaben der Stiftung Zollverein umfassen die Instandsetzung von noch nicht sanierten Gebäuden und Anlagen um einen weiteren Verfall der denkmalgeschützten Bausubstanz vorzubeugen. Außerdem wird durch kontinuierliche Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen der Status-Quo der bereits erreichten Bauqualität gehalten. Diese Aufgaben erstrecken sich ebenfalls auf die Herrichtung und Pflege der Freiflächen sowie der Infrastruktur des Gesamtstandorts.Um auf Zollverein ein Zentrum der Naherholung zu schaffen, werden die Freiflächen zum ZOLLVEREIN® Park entwickelt. Neben dem Bau von Wegen, Plätzen und Pavillons, Maßnahmen zur Erleichterung der Orientierung oder der Installation des differenzierten Beleuchtungskonzeptes, spielt die Pflege der Vegetationsstrukturen eine Hauptrolle. Es entsteht ein Park, der aus der ehemals verbotenen Zone einen Ort formuliert, der von Touristen, Besuchern, Nachbarn und Anrainern genutzt werden kann.
Den Schwerpunkt derzeitig laufender Sanierungsprojekte bilden insbesondere die Maßnahmen die durch das Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert werden. Im Zeitraum 2009-2014 wurden und werden insgesamt neun Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Millionen Euro unterstützt. Hierbei gilt es die technischen Anlagen, die für das Welterbe prägend sind, zu sichern, sie zu erhalten und zu ertüchtigen. Weitere Förderungsmaßnahmen, wie die Städtebauförderung oder auch Zuschüsse durch den Regionalverband Ruhr garantieren die neue Nutzung und den Betrieb der Anlagen.
Darüber hinaus übernimmt die Stiftung Zollverein prinzipiell eine aktive Entwicklerrolle. Dies bedeutet, dass die denkmalgeschützten Bestandsgebäude zum einen ertüchtigt werden, um sie im Rahmen der Präsentations-, Veranstaltungs- und Kulturaktivitäten „bespielen“ zu können. Zum anderen wird in geeignete Schlüsselbestände und Teilflächen investiert und eine rentierliche Vermietung im Sinne des Qualitätsanspruchs und der jeweiligen Nutzungsprofile angestrebt. Die aktive Standortentwicklung kann aber auch bedeuten gezielt für vorbereitete Nutzungskonzepte im Sinne des Standortprofils private Investoren zu akquirieren und die Bestände in Erbpacht langfristig an diese zu binden, ohne sie jedoch zu veräußern.
Zusammen mit der Stadt Essen und dem Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen haben die Stiftung Zollverein und die RAG-Stiftung im Juli 2012 das Projekt „Welterbe Zollverein – Mittendrin“ aufgelegt. Hierbei wird dem gemeinsamen Interesse, den Stadtbezirk bei seiner wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung zu unterstützen, nachgegangen.